Familie Al Hajrachid aus Syrien ist in Starnberg sehr gut integriert – Nun suchen sie eine Wohnung

Raus aus dem Containerdorf

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Auf der Suche nach einer Wohnung, v.li.: Silwa, Ahmad, Nidal, Malak, Sawsan und Heva Al Hajrachid. Seit 2016 lebt die Familie in Starnberg. Im Juli 2013 haben sie ihre Heimat Syrien verlassen.

Starnberg – Über die sogenannte Balkanroute kam die sechsköpfige syrische Familie Al Hajrachid am 3. März 2016 nach München in die Hauptaufnahme. Lange mussten sie dort nicht bleiben, denn sie bekamen am 24. März einen Platz in der Unterkunft für Asylbewerber in Starnberg. Der Vater hat seit längerem einen festen Arbeitsplatz auf einem Golfplatz im Landkreis. Nun suchen sie eine Wohnung.

Zwei Schlafzimmer, ein Bad sowie eine kleine Küche mit Esstisch und Stühlen - es sieht aus wie eine Wohnung, doch die Familie, das sind Vater Nidal, Mama Malak und die Kinder Sawsan (6), Ahmad (9), Silwa (14) und Hewa (16), lebt noch in einem Container in Starnberg. Beim Besuch des Kreisboten gab es eine feine, syrische süße Spezialität. Die Kinder stellten sich auf deutsch vor. Sie besuchen alle die Schule, nur die kleine Sawsan geht in den Montessori-Kindergarten. Dort ist sie gerne. Auf dem Esstisch liegt ein Buch - Almani - Deutsch-Arabisch/ Arabisch-Deutsch. Die Eltern lernen fleißig. Beide besuchen Integrationskurse und Nidal hat auch schon seinen A2 Kurs bestanden. „Wir sind alle sehr fleißig“, sagte er und lächelt zu seinen Kindern, die alle mit Mama Malak an einem Tisch saßen.

Über die Türkei nach Griechenland 

Nidal erzählte von der Flucht aus Aleppo. Es klingt so, als wären sie erst gestern gekommen. Seine Erinnerungen sind sehr präsent. „Am 25. Juli 2013 haben wir Syrien verlassen“, sagte er. Sie packten ihr Hab und Gut zusammen und marschierten los. „Die türkische Grenze ist eine Stunde von uns entfernt gewesen“, erzählte Heva. Die kleine Sawsan war damals zwei Jahre alt. An ihre eigentliche Heimat kann sich das kleine Mädchen nicht erinnern.

Die Familie lebte drei Jahre in der Türkei. Wegen des Alters konnten die Mädchen keine Schule besuchen, da es keinen Integrationskurs gab. Nur Ahmad durfte zur Schule. Ihr Vater, ein gelernter Schneider, arbeitete in Istanbul. Eine Lösung war das aber auch nicht für seine Familie. „Wir sind am 17. Februar 2016 auf ein Boot und von dort aus nach Griechenland. Dann über die Balkanroute nach Deutschland. In Kroatien mussten wir anhalten, da unsere Kleine sehr krank geworden ist und wir ins Krankenhaus mussten. Die Leute waren sehr nett zu uns“, erklärte Nidal. Sein Ziel war es immer nach Deutschland zu kommen. Warum? „Es ist ein demokratisches Land. Hier leben viele Religionen und Kulturen. Als ich jung war, mochte ich schon Deutschland.“ Dass er seine neue Heimat mag, kann man sehen. Auf dem Spiegel im Wohnzimmer hängt ein kleines Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das haben sie von einer ehrenamtlichen Helferin erhalten.

Familie ist gut integriert

Ahmad und seine Schwestern Silwa und Heva gehen in die Schule. Sie sind gute Schüler. Ahmads Lieblingsfach ist Mathematik. Stolz zeigt Vater Nidal seine Matheprobe. „Ich bin knapp an einer eins vorbei. Aber das nächste Mal schaffe ich das“, sagte der Neunjährige in einem akzentfreien Deutsch. Auch die Mädls gehen gern zur Schule, Biologie und Mathe zählen zu ihren Lieblingsfächern. Die Familie fühlt sich in Starnberg sehr wohl und ist gut integriert. Gerne würden sie in eine etwas größere Wohnung ziehen und raus aus dem Containerdorf. 

Wo sieht sich Nidal mit seiner Familie in fünf Jahren? „Ich möchte die Sprache besser lernen und eine gute Arbeit haben. Meine Kinder sollen gut lernen, eine Ausbildung machen oder studieren. Hier haben sie eine sichere Zukunft“.

Die Familie besitzt einen Wohnberechtigungsschein und wird vom Jobcenter unterstützt. Die Miete wird immer rechtzeitig überwiesen und mit dem Einkommen des Vaters verrechnet. 

Wer der Familie helfen möchte, schreibt eine E-Mail an alma.jazbec@kreisbote.de. Wir leiten die E-Mail weiter.

Von Alma Jazbec

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