Fast schon Volksfest-Charakter

Ein Herrschinger Sackerl mit allerlei Nützlichem wie einem Lätzchen mit Gemeindewappen bekommen Herrschings Neubürger. Freilich nur, wenn sie noch so klein sind, wie auf unserem Foto. Der Willkommenstag in Herrsching hat mittlerweile Volksfestcharakter. po/Foto: fkn

Wenn das Integrationsteam in der Gemeinde Herrsching zum Willkommenstag lädt, ist garantiert schönes Wetter. So auch am vergangenen Samstag, als die „aktive Truppe“, wie Bürgermeister Christian Schiller das Team Gruppe um Rosemary Schmidt-Achert, Willi Meyerhöfer, Anna-Christine Vielhaber, Maria Hellweg, Brigitte Brandl und Dorothee Frey-Burghardt nannte, bei strahlendem Sonnenschein zum sechsten Mal in die Martinshalle und auf den Pausenhof der Christian-Morgenstern-Schule laden konnte.

Von Jahr zu Jahr beliebter wird dieser Willkommenstag, der immer im Mai für alle „Neu“- wie auch „Alt“-Herrschinger organisiert wird. An die 42 Vereine und Institutionen aus Herrsching und dem Landkreis – unter ihnen die Lebenshilfe Starnberg, das Herrschinger Familienzentrum, das Ammerseer Bauerntheater und die Indienhilfe sowie der Bund Naturschutz und der Ausländerbeirat Starnberg – sind es heuer gewesen, die in der Martinshalle der Christian-Morgenstern-Volksschule über das vielseitige, soziale, kulturelle und sportliche Angebot in Herrsching und Umgebung informierten. Mittlerweile platzt die Aula aus allen Nähten, die Stände mit den vielen kulinarischen Köstlichkeiten aus den veschiedensten Herkunftsländern der Wahl-Herrschinger mussten bereits ins Foyer der Schule verlegt werden. Egal, mit etwas Geduld gelangte jeder an diesem Samstag an den Stand, zu dem er wollte. Anhand von Workshops im ersten Obergeschoß konnte man seine Englisch-Kenntnisse testen – und sich gleich zu einem Kurs anmelden. Dass Herrsching wächst, beweist die stolze Zahl von 94 Neugeborenen in den vergangenen zwölf Monaten, die von Bürgermeister Christian Schiller samt deren Eltern traditionell zu Beginn des Willkommenstag persönlich begrüßt werden. Und dass dabei Herrsching für ein paar Stunden zum Nabel der Welt wurde, machte das Gemeindeoberhaupt mit der Bemerkung deutlich, die zeitgleich stattfindene Versammlung im Kloster Andechs, wo am vergangenen Wochenende die CSU-Spitze um Ministerpräsident Horst Seehofer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Fahrplan zum Atomausstieg festlegte, verblasse zur „Nebenveranstaltung“. Während die große Politik immer nur über Integration rede, so Schiller weiter, „leben wir in Herrsching Integration“. Vielleicht komme die Bundeskanzlerin ja noch auf einen Sprung vorbei, äußerte Schiller seine nicht ganz ernst gemeinte Hoffnung, denn vom Willkommenstag könne auch sie noch etwas lernen. Auch von der neu gegründeten „Freiwilligen Agentur“ hätte Merkel die eine oder andere Anregung mit nach Berlin nehmen können. Die neue Kooperation mit der Herrschinger Insel, der evangelischen Kirche und dem Integrationsteam organisiert mit Hilfe von Vereinen und engagierten Bürgern Hilfe und Unterstützung für in Not geratene Menschen. Ebenfalls neu war der Stand von Ruth Paulig, die mit Promoting Afrika ihre Arbeit auf dem Kontinet vorstellte. Für viel Abwechslung sorgte draußen vor der Martinshalle wieder ein – ebenfalls – ausgefallenes Freiluftprogramm: Vom Nachwuchsorchester 5Seenland, von den HipHop-Mädchen über Jazztanz, Bauchtanz bis hin zu Kampfsport-Einlagen war alles auf der eigens errichteten Open-Air-Bühne vertreten. Eine Verlosung, bei der es unter anderem ein Cabrio-Wochenende und Tanzrundfahrt auf dem Ammersee zu gewinnen gab, rundete das bunte Programm ab. Und Bürgermeister Christian Schiller blieb nur noch, der engagierten Crew, die das ganze Jahr über an dem Willkommenstag feilt und bastelt, seinen Dank auszusprechen. Übrigens: Das Organisationsteam richtete nicht nur dieses Fest aus, sondern ist auch das ganze Jahr über für Herrschings Neubürger Ansprechpartner. Wer also Fragen hat oder einfach nur Kontakt sucht, kann jeden Dienstag zwischen 17 und 18.30 Uhr ins Rathaus kommen.

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