Deutlicher Appell

Fehlender Corona Impfstoff in Starnberg - Landrat Frey fordert Änderung der Verteilungsstruktur

Der Corona-Impfstoff von Biontech ist heiß begehrt. Lieferengpässe verärgern aber nicht nur den Bund, sondern auch die Landkreise. Starnbergs Landrat Stefan Frey hat deshalb eine klare Bitte an das Bundesgesundheitsministerium gerichtet. Er wünscht sich eine Änderung der Verteilungsstruktur der Impfstoffe (Symbolbild).
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Der Corona-Impfstoff von Biontech ist heiß begehrt. Lieferengpässe verärgern aber nicht nur den Bund, sondern auch die Landkreise. Starnbergs Landrat Stefan Frey hat deshalb eine klare Bitte an das Bundesgesundheitsministerium gerichtet. Er wünscht sich eine Änderung der Verteilungsstruktur der Impfstoffe (Symbolbild).

Landkreis - Landrat Stefan Frey wollte unbedingt dabei sein, wenn im Impfzentrum des Landkreises die ersten über 80-Jährigen außerhalb von Senioren- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden. Kürzlich ging das Impfprozedere über die Bühne. Allerdings verzögert das Problem fehlender Impfdosen eine zügige Durchimpfung. Landrat Frey hat sich deshalb schon an das Gesundheitsministerium gewandt.

„Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit mich impfen zu lassen. Ich möchte als gutes Beispiel vorangehen. Die Impfung bedeutet ein Stück mehr Normalität und Freiheit und in erster Linie auch weniger Angst vor der Ansteckung“, sagt die 98-Jährige Herrschingerin Ruth Owczarek. Sie bekam unlängst eine der begehrten Impfungen gegen das Coronavirus. Die Organisatoren des Impfzentrums für den landkreis Starnberg planen bis zum Ende der Woche insgesamt 126 Impfungen bei über 80-Jährigen vorzunehmen.

Der Grund, warum im Landkreis Starnberg bisher keine über 80-Jährigen, die außerhalb Alten- und Pflegeeinrichtungen leben, geimpft werden konnten, liegt weder am Impfzentrum noch am Landratsamt. Was fehlt ist der Impfstoff. Der Impfstoff wird den Bundesländern von der Bundesregierung zugeteilt. Der Freistaat Bayern verteilt den knappen ihm zugeteilten Impfstoff auf die Landkreise. Die Verteilung an die Landkreise erfolgt derzeit nach dem Einwohnerschlüssel. Der Landkreis selbst kann sich keinen Impfstoff selbst am Markt besorgen. 

Der zugewiesene Impfstoff ist nach den Prioritäten in der Coronavirus-Impfverordnung zu verimpfen. Zuerst kommen danach die Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten. Auch prioritär, aber nach diesen Gruppen, kommen die über 80-Jährigen an die Reihe. Der Landkreis Starnberg verfügt über ein extrem großes Netz an Krankenhäusern und Altenheimen. Allein etwa 1.250 MitarbeiterInnen der kommunalen Kliniken sind in der akuten Erstversorgung tätig. Außerdem gibt es im Landkreis Starnberg über 1.200 Plätze in den Alten- und Pflegeheimen. Der Landkreis liegt damit bei der Gesundheitsversorgung deutschlandweit mit an der Spitze. Bei der Verteilung des knappen Impfstoffes führt das jetzt aber zu der bestehenden Problematik. 

Landrat Stefan Frey hat das Problem fehlenden Impfstoffs bereits beim Gesundheitsministerium platziert und zwar mit der Botschaft, dass die Zuteilung nicht – wie bisher – nur strikt nach Einwohnerzahl erfolgen soll, sondern auch die Struktur des jeweiligen Landkreises berücksichtigt werden muss.

Kreisbote

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