Feuerwehr

Über 3.000 Stunden Eigenleistung

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Herrsching – Es sei ein XL-Jahr gewesen, verkündete der Vorsitzende Michael Polednik den rund 80 Anwesenden, die am Samstag zur Hauptversammlung ins neue, schmucke Herrschinger Feuer- wehrhaus gekommen waren.

XL sind nicht nur die von den Mitgliedern investierten knapp 19.000 Stunden – wovon zirka 3.000 im Neubau stecken –, sondern auch die 514 vollbrachten Einsätze. Das seien 20 Prozent mehr als 2013. „So viele Einsätze gab es noch nie“, hob Kommandant Daniel Pleyer die Leistung seiner Männer und Frauen hervor. Den Löwenanteil leisteten die Aktiven am „First Responder“, mit dem sie exakt 361 Mal ausfuhren, um mit professioneller Erster Hilfe Leben zu retten. Dabei versorgen die Gerufenen den Notfallpatienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes – und da bekanntlich Zeit der entscheidende Faktor über Leben und Tod sein kann, ist das eine weitere lebensrettende Maßnahme im Dienste der Bevölkerung. Nach einer aufwändigen Ausbildung zum Rettungs-Sanitäter sind die Kameraden bei diesem Einsatz bei schweren Unfällen, Erkrankungen oder Schlaganfällen vor Ort und erhöhen durch die qualifizierte Erstversorgung die Überlebenschance der Betroffenen erheblich. Das sei eine enorme psychische Belastung und berge ein gewisses Gefahrenpotential, so der Kommandant weiter. „Dabei treffen wir vermehrt auf Gewaltdelikte und Rauschmittelmissbrauch.“ Nicht selten müssen sie warten, bis die Polizei dazu stößt. Diese sei chronisch unterbesetzt, stellt Pleyer seit längerem fest und wünscht sich, dass der Staat wieder mehr Stellen schafft. Am zweithäufigsten fuhren die Kameraden wegen Brandmeldern aus – nicht selten war es ein Fehlalarm. Das passiere häufig in Schulen aus Jux und Tollerei Jugendlicher. Bedenklicher stimmte Pleyer aber die Auslösung aufgrund Handwerkerarbeiten. „Jeder Handwerker weiß, dass er beim Arbeiten den Brandmelder ausschalten muss. Einige Firmen beschäftigten jedoch Subunternehmen aus dem Osten, die weder Deutsch sprechen, noch mit den Geräten vertraut sind. Das ist für die Ausrückenden nicht gerade motivierend, die innerhalb kürzester Zeit vor Ort sein müssen.“ 17 Mal hat es richtig gebrannt – und einmal konnten sie nur noch eine Tote bergen (wir berichteten). Einsätze wie diese gehen den Helfern nah. Auch der Brand im Autohaus Czasny, „den wir alle persönlich kennen“, beschäftigte die Feuerwehrleute. Was die Ehrenamtlichen vollbringen, ist für unsere Gesellschaft eine unbezahlbare, nicht selten lebensrettende Leistung. Die Investition in das neue Zuhause der Herrschinger war XL – genauso wie der ehrenamtliche Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. mk

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