Kommt der Videobeweis auch bei den Amateuren ?

FIFA denkt über „VAR“ bis in die untersten Klassen nach - Schiedsrichterobmann beurteilt Pläne skeptisch

Die FIFA hat offenbar tatsächlich ein Milliarden-Angebot bekommen.
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FIFA-Präsident Gianni Infantino denkt über den Einsatz des Video-Assistant-Referee (VAR) im Amateurfußball nach (Symbolbild).

Landkreis - Die Einführung des Videobeweis bei den Profi-Fußballern stieß nicht nur auf Begeisterung. Der „VAR“, sprich Video-Assistant-Referee, klärte viele strittige Aktionen, er stand aber auch oft stark in der Kritik. Möglicherweise dürfen sich demnächst auch die Amateurfußballer mit der Thematik befassen. Das klingt zunächst einmal verrückt. Nach den Plänen der FIFA könnte es aber durchaus Realität werden. 

Bei einer Arbeitsgruppen-Sitzung beschäftigte sich der Fußball-Weltverband mit diesem Thema. Besprochen wurde dabei unter anderem die Kostenfaktoren, die Qualität und die Mindestanforderungen für ein VAR-System, das bei den Amateuren in abgespeckter Version zum Einsatz kommen soll. Der asiatische (AFC), der französische (FFF) und der europäische (UEFA) Fußballverband präsentierten bereits die Ergebnisse ihrer Tests mit einer günstigeren VAR-Technologie. Gestützt auf die Forschungsergebnisse wird der FIFA nun eine Empfehlung für die nächsten Schritten zur Umsetzung des „VAR-light“-Konzepts im Fußball vorgelegt. Zu welchem Zeitpunkt ein solches Produkt auf den Markt kommen könnte, ist noch unklar. Als Ziel steht das Jahr 2022 im Raum. Eine Grenze, was die Ligenzugehörigkeit angeht, ist für das System übrigens nicht festgesetzt. Es könnte also theoretisch auch in den untersten Spielklassen zum Einsatz kommen.

Bei den Schiedsrichtern, deren Arbeit mit bezahlbaren technischen Hilfsmitteln, erleichtert werden soll, hält sich die Begeisterung darüber jedoch in Grenzen. „Ich halte gar nichts davon“, sagt Michael Kögl, der Obmann der Schiedsrichtergruppe Schongau, der selbst in der Bayernliga pfeift. „Der DFB muss erst einmal den „VAR“ mit allem was dazu gehört auf der eigenen Ebene in den Griff bekommen, vor allem die Transparenz für alle Anderen wie Spieler, Offizielle, Zuschauer und so weiter. Dann kann man das eventuell möglicherweise in einigen Jahren Liga für Liga nach unten anbieten“, meint Kögl. Auch beim bayerischen Fußballverband (BFV) ist man skeptisch. „Der VAR ist ein hehres Ziel. Was die Umsetzung und die Finanzierbarkeit angeht, wird das schon äußerst schwierig”, sagt BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth. „In den höheren Ligen sind etwa 240 vollautomatisierte Kameras im Einsatz. Aus unserer Sicht ist ein VAR aber noch weit, weit weg von der Praxis bei den Amateuren. Es braucht dafür ja auch die nötige Manpower. Eine Kamera alleine macht noch keinen Videobeweis“, so Frühwirt.

Roland Halmel

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