Hochaktuelles Thema per Stream 

Filmemacher Walter Steffen zeigt Doku"Endstation Seeshaupt" online 

+
Zeitzeuge Louis Sneh erzählt im Dokumentarfilm "Endstation Seeshaupt" über den Todeszug der KZ-Häftlinge Mühldorf-Mettenheim.

Landkreis - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs startet "Endstation Seeshaupt“, der preisgekrönte Kino-Dokumentarfilm von Erfolgsregisseur Walter Steffen am 23. April bundesweit im Internet unterwww.kino-on-demand.com.

In dem Film erzählen die Holocaust-Überlebenden Louis Sneh und Max Mannheimer sowie andere Zeitzeugen die Geschichte des sogenannten Todeszuges, der im April 1945 mit 4000 Häftlingen des Dachauer KZ-Außenlagers Mühldorf-Mettenheim eine Woche lang durch Oberbayern irrte und schließlich am 30. April in Seeshaupt am Starnberger See strandete. Vor gut zehn Jahren war der Film erstmals gezeigt worden – damals aber nur in den bayerischen Kinos. Nun hat Walter Steffen für seinen erneuten Kinostart den Tag gewählt, an dem vor genau 75 Jahren, der Todeszug von den Nazis auf den Weg geschickt wurde. 

"In Corona-Zeiten bietet es sich an, Film zu Hause zu schauen"

„Heute besteht die große Gefahr, dass auch die gesellschaftliche Mitte von rechter Propaganda vergiftet wird. Aktuell sehen sich z.B. Schulen mit Schülern konfrontiert, die über ihre Smartphones rassistische, neonazistische Inhalte und Nazisymbole austauschen, ohne sich tatsächlich darüber im Klaren zu sein, was sie tun. Experten meinen, dies läge daran, dass es inzwischen kaum mehr Zeitzeugen wie Max Mannheimer gibt, die von ihrem persönlich erfahrenen Leid berichten können. Gerade die Corona-Zeiten bieten sich nun an, den Film zu Hause anzuschauen. Eltern können dann mit ihren Kindern über das Thema diskutieren," sagt Walter Steffen. 

Luis Sneh und Max Mannheimer erzählen

Für den Dokumentarfilm „Endstation Seeshaupt“ fährt Luis Sneh mit dem Zug entlang der damaligen Strecke. Dabei erzählt er vom Leiden im Lager, von Hunger, Krankheit und Tod in den Waggons, von den Zwischenfällen dieser Reise, von der kaum einer wusste, wohin sie führen sollte. Auch Max Mannheimer, der mit Typhus und hohem Fieber in einem der Waggons lag, und etliche andere Zeitzeugen entlang der Zugstrecke berichten von ihren persönlichen Erlebnissen. Zusätzlich dokumentiert der Film an den einzelnen Stationen die Erinnerungsarbeit engagierter Bürger in Oberbayern. 

„Ich denke, dass diese Zugfahrt exemplarisch ist für viele der Evakuierungen der Konzentrationslager in ganz Deutschland – mit Todesmärschen, Güterzügen und anderen Transportmitteln, denn die Verantwortlichen wussten ja ganz genau, welche Grausamkeiten sie angerichtet hatten, die es nun zu vertuschen galt“, so Filmemacher Walter Steffen.

Von Kreisbote

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gastronomie im Kreis Starnberg: Gewerkschaft appelliert Corona-Krise als Chance zu nutzen
Gastronomie im Kreis Starnberg: Gewerkschaft appelliert Corona-Krise als Chance zu nutzen
Katastrophenfall in Bayern ausgesprochen: Notmaßnahmen für nächste 14 Tage
Katastrophenfall in Bayern ausgesprochen: Notmaßnahmen für nächste 14 Tage
Die Maskenpflicht im Landkreis kommt: Tücher und Schals sind auch erlaubt
Die Maskenpflicht im Landkreis kommt: Tücher und Schals sind auch erlaubt
Landrat Stefan Frey präsentiert neues Schul-Förderprogramm zum Thema Nachhaltigkeit 
Landrat Stefan Frey präsentiert neues Schul-Förderprogramm zum Thema Nachhaltigkeit 

Kommentare