Die Finanzierung steht

Drei Backsteine für die Sanierung des Pfarrzentrums: (v.l.) Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Eberhard Stark, Kirchenpfleger Josef Heiss, Kindergartenleiterin Stephanie Habeck, Kindergartenverwalterin Annett Höltershinken und Pfarrer Franz Schmid stellten ein ganz besonderes Spendenprojekt vor. Foto: Kirner

Die Sanierungsmaßnahmen für das „Familienzentrum am Mitterweg“ in Herrsching beginnen voraussichtlich schon im Mai. Kirchenpfleger Josef Heiss und Pfarrer Franz Schmid stellten die Pläne vor und besprachen die personellen Probleme, mit denen die Seelsorge der katholischen Kirche in Zukunft konfrontiert wird.

An der jüngsten Pfarrversammlung gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. „Die Augsburger Diözese gibt der Sanierung des Pfarrzentrums grünes Licht“, freute sich Kirchenpfleger Josef Heiss. Bis vor kurzem hatte die Diözese aus Kostengründen noch den Abriss des Gebäudes und den Verkauf des so genannten Höllriegelhauses gefordert. Die ausgearbeiteten Konzepte der katholischen Kirchenstiftung und die zähen Verhandlungen mit der Diözese haben sich gelohnt: Die Finanzierung des 3,3 Millionen Euro schweren Projektes steht und die Sanierung soll im Mai beginnen. Die schlechte Nachricht brachte Pfarrer Franz Schmid mit: „Wir stehen vor großen Veränderungen und Herausforderungen“, las er aus einem Schreiben vom Bistum Augsburg vor, „vor allem wegen der zurückgehenden Zahl von Priestern und pastoralen LaienmitarbeiterInnen.“ Konkret heißt das, dass 2025 von derzeit 550 Priestern nur noch 200 für die Leitung der Seelsorgeeinheiten zur Verfügung stehen werden. Aber kein Problem ohne Lösung: „Wir müssen die Seelsorge auf möglichst viele Schultern verteilen“, verdeutlichte Schmid seine Pläne, in denen er unter anderem zusätzliche Ehrenamtliche motivieren möchte. Außerdem sollen mit Umstrukturierungen personelle Engpässe vermieden werden. Die bisherigen Pfarrgemeinden Herrsching, Widdersberg und Breitbrunn werden mit Erling, Machtlfing und Frieding zusammengelegt. Für Schmid ist es dann durchaus vorstellbar, dass die einzelnen Gemeinden nicht mehr alle Aufgaben in der Seelsorge anbieten, sondern sich auf Schwerpunkte konzentrieren. So könnte zum Beispiel die Seniorenarbeit ausschließlich in Seefeld und die Jugendarbeit in Breitbrunn stattfinden. Auch das „Familienzentrums am Mitterweg“ soll nach der Sanierung verstärkt als Zentrum für die Seelsorge dienen. Nach dem Umbau wird es voraussichtlich sowohl religiösen Gruppen als auch Vereinen und Organisationen zur Verfügung stehen. Außerdem ist geplant, den Hort zu vergrößern, so dass künftig 150 statt wie bisher 75 Kinder Platz finden. Des Weiteren steht der Bau einer Kinderkrippe auf dem Investitionsprogramm. „Durch das zusätzliche Betreuungsangebot profitiert auch die Gemeinde“, betonte Schmid. Diese muss nämlich im Zuge des neuen Kinderfördergesetzes ab 2013 jedem dritten Kind ab dem ersten Geburtstag einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen. An den Gesamtkosten beteiligt sich die Kommune im Gegenzug laut Heiss mit 700.000 Euro an den Umbau- und Sanierungskosten. Die Diözese und der Staat übernehmen jeweils 850.000 beziehungsweise 1,9 Millionen Euro. Die Herrschinger Kirchenstiftung muss dann noch 600.000 Euro aufbringen. Um einen Teil des Geldes einzuspielen und ein Logo sowie einen Namen für das Zentrum zu finden, ist die Bevölkerung für Montag, 11. April, zu einem Ideenworkshop eingeladen. Die Veranstaltung im katholischen Pfarrzentrum beginnt um 18 Uhr. Im Vorfeld sind schon Spenden-Aktionen angelaufen. Unter anderem werden Herrschinger Firmen gebeten, die Einnahmen eines bestimmten Produktes zugunsten der Aktion zu verkaufen. Kindergartenleiterin Stephanie Habeck bot außerdem nach der Versammlung Backsteine zum Bemalen für je 20 Euro an. Erste Abnehmer waren Pfarrer Franz Schmid und Kirchenpfleger Josef Heiß.

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