Aktuelles aus dem Starnberger Amtsgericht

Flohmarktfund mit juristisches Nachspiel

Ein alter Schrank, in dem sich Teile von Kriegswaffen und Munition befanden, entpuppte sich für einen Starnberger als schlechter Flohmarktkauf. Schlecht, weil ihn der Inhalt unlängst vor Gericht brachte.
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Ein alter Schrank, in dem sich Teile von Kriegswaffen und Munition befanden, entpuppte sich für einen Starnberger als schlechter Flohmarktkauf. Schlecht, weil ihn der Inhalt unlängst vor Gericht brachte.

Starnberg - Sein Flohmarktfund hat für einen Starnberger Architekten juristische Konsequenzen. In 2017 erstand der 68-Jährige einen alten Schrank und entdeckte zu Hause, dass sich Teile von Kriegswaffen sowie Munition darin befanden. Jetzt musste sich der Starnberger wegen vorsätzlichem unerlaubtem Besitz von Kriegswaffen nebst Munition vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Gleich eingangs des Prozesses räumte der bisher unbescholtene Angeklagte die Vorwürfe ein. Demnach habe er die im Flohmarktfund unverhofft aufgefunden Gegenstände in seinem hauseigenen Tresor weggesperrt. Hinsichtlich der Waffen bekräftigte sein Verteidiger: „Es war kein aktiver Kauf.“ 

Von der Polizei aufgefunden wurden Waffen samt Munition erst zwei Jahre später und rein zufällig. Im Zuge einer im Rahmen eines Familiendramas anberaumten polizeilichen Hausdurchsuchung interessierten sich die Beamten im Juli 2019 auch für den Safe samt Inhalt. „Es war keine vollständige Waffe, Nur einzelne Teile. Die Teile waren abgeschlossen, sind nirgends in den Verkehr gelangt“, so der Rechtsanwalt, der eine Verfahrenseinstellung anstrebte. Sein bisher unbescholtener Mandant sei zur Hausdurchsuchung in den frühen Morgenstunden wachgeklingelt worden. Hinsichtlich der Waffen täuschte der Angeklagte keine Naivität vor und bekannte: „Ich habe Metallbau gelernt. Mir war sofort klar, was es ist, deshalb habe ich es sofort weggesperrt und habe eine Recherche im Internet gemacht“. Sein Rechtsanwalt fügte an: „Er war mit der Situation überfordert.“

Im Zeugenstand erinnerte sich ein Polizist, dass sich der Sohn des Angeklagten hinsichtlich der in Safe aufgefundenen Waffen durchaus überrascht gezeigt habe. Für die Staatsanwältin Grund genug, dem Angeklagten zu glauben, dass der Haustresor zuvor immer verschlossen war. Dennoch plädierte die Staatsanwaltschaft für die Verhängung einer neunmonatigen Bewährungsstrafe. Richterin Christine Conrad ließ es angesichts des minderschweren Falles bei einer spürbaren Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 50 Euro bewenden und erklärte: „Es ist keine Gefahr von den Teilen ausgegangen und die Reaktion des Sohnes deutet daraufhin, dass der Safe immer verschlossen war. Wir haben hier keinen Menschen sitzen, der eine kriminelle Gesinnung hat.“

Nilda Frangos

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