Fluglärmgegner besorgt

Die Fluglärmgegner sehen sich in ihrer Annahme bestärkt, dass künftig in Oberpfaffenhofen der Charterflugverkehr Einzug hält. Anlass dazu gibt ein Artikel im Fachblatt Aerokurier. Demzufolge hat das Charterflug-Unternehmen JetBird angekündigt, in München zehn Jets der Marke „Phenom 100“ zu stationieren, die dann für europaweite Ziele gechartet werden können.

„Jetbird hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Privatjet-Markt mit innovativen Konzepten und interessanten Angeboten zu revolutionieren“, heißt es auf der Internseite von JetBird. Als Beispiel wird ein Flug von Oberpfaffenhofen nach Amsterdam angeboten. Start: 9 Uhr. Ankunft in Amsterdam: 10.16 Uhr. Kosten 3.259 Euro. Wer noch am selben Tage zurück will, kann dies um drei Uhr nachmittags tun. Gesamtpreis für Hin- und Rückflug: 6.024 Euro. Bei vier Passagieren, die Platz im Flieger haben, kostet dies pro Person 1.506 Euro. Dass es sich in Anbetracht der Kosten um kein Angebot für den Massentourismus handelt, dürfte feststehen. Zumal es laut JetBird keinen konkreten Flugplan geben, sondern je nach Bedarf geflogen wird. Zielgruppen sind Geschäftsleute oder reiche Privatiers. Für diese Art des so genannten Geschäftsreiseflugverkehrs gibt es für Oberpfaffenhofen eine rechtsgültige Genehmigung. Dennoch laufen die Fluglärmgegner Sturm. Unter anderem prognostiziert Dieter Belschner vom Verein Germeringer gegen Fluglärm 20 zusätzliche Flugbewegungen pro Tag. Auf das Jahr hochgerechnet, so Belschner, mache dies 7.300 Flugbewegungen. „Damit würde alleine JetBird schon einen erheblichen Anteil des Jahreskontingents von knapp 10.000 vom Luftamt bewilligten Flugbewegungen für sich in Anspruch nehmen. Mit weiteren Anträgen des Flughafenbetreibers EDMO auf Erhöhung dieses Kontingents ist somit zu rechnen“, mahnte Belschner. Enttäuscht zeigt er sich darüber, „dass man Beteuerungen einzelner Politiker keinesfalls vertrauen kann“. Er erinnert an ein Wahlversprechen des CSU-Landtagsabgeordneten Reinhold Bocklet, der vor der Landtagswahl dem Linien-, dem touristische Charter- und dem Frachtflugverkehr für Oberpfaffenhofen eine klare Absage erteilt hat. Die Fluglärmgegner sehen nun in der Ankündigung dieses Geschäftsreiseflugverkehrs ein gutes Argument, vor Gericht zu punkten. Wie berichtet, haben Kommunen und Privatpersonen, die von den Fluglärmgegnern finanziell unterstützt werden, Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Nach fünf Verhandlungstagen im Juli hat das Gericht eine Pause bis zum Herbst eingelegt. JetBird wiederum zweigt sich relativ offen, was den Standort betrifft. Es sei zwar angekündigt worden, dass in München Anfang 2010 die zehn Jets stationiert werden sollen. Ob das aber in Oberpfaffenhofen oder wo anders ist, stehe nach Aussage der Unternehmensleitung noch nicht fest. Dass auf der Internetseite als Flughafen bereits Oberpfaffenhofen vermerkt ist, habe laut Verkaufschef Siegfried Römer nichts zu bedeuten. Wie in anderen Bereichen auch teste man lediglich das System und da habe man Oberpfaffenhofen als Beispiel hergenommen.

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