Förderverein Seestern

Unbezahlbarer Beitrag für die Gesellschaft

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Starnberg – Im Jahr 2004 brachen in Starnberg Betreuungsangebote weg. Engagierte Bürger suchten nach Alternativen – und gründeten 2005 den Förderverein Seestern.

Seither schenkt der Verein Pflegebedürftigen „ein paar Minuten extra Zeit“, finanziert die Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe Starnberger See, Christine Offtermatt, mit oder macht Ausflüge für die freiwilligen Helfer möglich. Am Samstag feierte der Förderverein im Ilse-Kubaschewski-Haus seinen zehnten Geburtstag. Insgesamt 200.000 Euro waren in dem Jahrzehnt in die Pflege geflossen. „Die Spender wissen unterdessen, dass das Geld ohne Abzüge für die Hilfsbedürftigen verwendet wird, weil wir alle ehrenamtlich tätig sind“, begründete Andreas Döring die generösen Spenden großer und kleiner Firmen. Und die Mittel kamen zu einer Zeit, in der in Starnberg für 23 Mitbürger plötzlich das Betreuungsangebot weggefallen war. Als die ambulante Krankenpflege gefragt wurden, ob sie die Pflege in Starnberg übernehmen könne, haderten die Zuständigen. „Was sollen wir aus Tutzing in Starnberg?“, erinnerte sich der katholische Pfarrer Brummer an die Diskussionen. Damals gab es aber keine mögliche Alternative aus der Kreisstadt, so die stellvertretende Geschäftsführerin der Krankenpflege Lizzy Stellwag. Die Verantwortlichen in Tutzing entschieden sich schließlich dafür und bezogen ein kleines Büro in der Hanfelder Straße. Heute arbeiten sie direkt aus dem Ilse-Kubaschewski-Haus heraus. Unter anderem betreuen sie die beiden hier untergebrachten Wohngemein- schaften mit je neun Demenzkranken. 24 Stunden im Drei-Schicht-Betrieb, rechnete Pflegedienstleitung Sandra Liebers den Personalaufwand vor. Aber sie pflegen nicht nur Kranke, sondern begleiten auch Sterbende und ihre Angehörigen. „Das geht nicht in einer halben Stunde“, prangerte Pfarrer Brummer die Sätze der Krankenkassen an. See-stern steht für „mehr Zeit ist gleich mehr Menschlichkeit“, und hilft dabei, dass die Menschen mit Hilfe der Krankenpflege und der Nachbarschaftshilfe in ihrer Krankheit die Würde bewahren. Die Mitgliederbeiträge der 544 Mitglieder sind dabei wichtig. Aber auch die Ehrenamtlichen des Vereins sind von unschätzbarem Wert. „Ohne sie würde der soziale Bereich nicht funktionieren“, betonte Döring. „Ihr Engagement ist ein unbezahlbarer Beitrag für unsere Gesellschaft“, lobte ebenfalls Bürgermeisterin Eva John die Jubilare. Der evangelische Pfarrer Hans Martin Schroeder hinterfragte in seiner Ansprache die Motivation der Freiwilligen. „Nach Maßstäben der normalen Welt ist es Unsinn und eigentlich aussichtslos, weil man sowieso nie alles schafft, was man will“, sagte er. Ratio spielt bei den Engagierten höchstens eine nebensächliche Rolle, seine Schlussfolgerung. „Engagement hat etwas mit Liebe zu tun. Liebe zu Bedürftigen.“ Unterdessen kamen immer mehr Menschen zur Feier und die Helfer mussten weitere Bänke auf die Terrasse bringen. Der Nachmittag war zweifelsohne ein voller Erfolg. mk

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