Frater Lambert beigesetzt

Frater Lambert: Die gute Seele von Andechs

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Unter der Anteilnahme von rund 800 Trauergästen fand am vergangenen Mittwoch die Beerdigung von Frater Lambert statt.

Andechs – Für viele Andechsbesucher völlig unfassbar ist, dass sie künftig nicht mehr von Frater Lambert Stangl begrüßt und Willkommen geheißen werden. 

Wie berichtet, verstarb der beliebte Benediktinermönch und Gastmeister im Kloster Andechs nach kurzer, aber schwerer Krankheit im Alter von nur 56 Jahren. Am Mittwoch fand die Beisetzung unter Anteilnahme von 800 Trauergästen statt.

Eine für das Kloster Andechs ungewöhnlich friedliche Stimmung herrschte am Mittwoch auf dem Heiligen Berg. Kein Betrieb im Bräustüberl und auch der Klosterladen hatte am Vormittag geschlossen. In ihren Abschiedsreden für Frater Lambert Stangl in der Klosterkirche waren seitens der Mönche außerdem viele Hinweise auf Versöhnung und auf die Möglichkeit, Frieden zu schließen und zu vergessen und vergeben zu hören. Kritische Beobachter der lang anhaltenden Querelen zwischen dem Kloster und der Andechser Molkerei Scheitz hoffen nun, dass der Tod der guten Seele von Andechs die streitenden Parteien zum Nachdenken anregt und dass künftig den Worten auch Taten folgen werden. Immerhin war Frater Lambert Stangl dem Kloster sehr verbunden, aber auch eng mit der Familie Scheitz befreundet. In seiner sehr persönlichen und bewegenden Rede sagte Abt Johannes Eckert unter anderem: „Auch wenn uns der Tod von Frater Lambert unendlich schmerzt und er eine große Lücke hinterlässt, sind wir in dieser Stunde unendlich dankbar für alles, was wir durch ihn geschenkt bekommen haben.“

Für die Gemeinde erinnerte Bürgermeisterin Anna Neppel an die „vielen guten und konstruktiven Gespräche“, die sie mit ihm gehabt habe. Dass Frater Lambert als aktiver Feuerwehrmann nicht nur im Kloster sondern auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Erling-Andechs eine große Lücke hinterlässt, betonte Feuerwehr-Kommandant Gregor Maurer. „Du hast die Feuerwehr geprägt, wie kein anderer und dich auch um unseren Nachwuchs gekümmert. Dafür danken wir dir.“

Von Frater Lambert als „großen Europäer“ erzählte Europaparlamentarier Bernd Posselt. „Er war nicht nur Gastmeister im Kloster Andechs, sondern auch meisterlicher Gastgeber für alle Menschen. Egal ob arm oder reich, ob jung oder alt.“ Posselt erinnerte auch daran, dass Frater Lambert nicht nur im heimischen Andechs viel Gutes geleistet hat, sondern dass er auch weltweit gereist war, „am liebsten mit dem Motorrad“, und weltweit alle Menschen durch sein Engagement begeistert habe.

Im Anschluss an die vom Andechser Chor begleiteten Messe in der Klosterkirche zogen die Trauernden hinter dem Leichenwagen den Berg hinunter zum Feuerwehrhaus, um dort kurz Halt zu machen. Die Floriansjünger hatten dem Verstorbenen zu Ehren sämtliche Löschfahrzeuge aus den Garagen geholt und Blaulicht blinkend aufgestellt. Darunter auch das neueste Löschfahrzeug, auf dessen Ankommen sich Frater Lambert besonders gefreut hatte und das er am Dienstag mit seinen Kollegen selbst noch in der Fabrik abholen wollte. „Er hat es leider nicht mehr geschafft“, bedauerte Feuerwehrvorstand Georg Scheitz jun. Über den Kreuzweg ging es dann zum Friedhof an der Friedenskapelle, auf dem der beliebte Benediktinermönch im Beisein der Geistlichen, seiner weltlichen Familie und zahlreichen Wegbegleitern zur letzten Ruhe gebettet wurde. Auf Kränze und Blumengestecke wurde auf Wunsch des Verstorbenen zugunsten von Spenden für die Freiwillige Feuerwehr verzichtet. Nach der Beisetzung lud Abt Johannes Eckert die 800 Gäste zu einer Brotzeit ins Kloster-Bräustüberl ein. Unter www.starnberger-landpartie.de gibt einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben und Wirken von Frater Lambert Stangl. P. Polster

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