Frauenrollen der Gegenwart

Bürgermeister Ferdiand Pfaffinger sowie Kulturamtsleiterin Annette Kienzle (2.v.r.) gratulierten den drei Kunstpreisträgerinnen der Stadt Starnberg: (v.li.) Gewinnerin Julia Reich, Ute Schönemann (3. Platz) sowie Edeltraud Klöpfer (2. Preisträgerin). Foto: Jaksch

Die Trägerin des 12. Kunstpreises der Stadt Starnberg für Malerei heißt Julia Reich. Die Tutzingerin setzte sich mit ihren Druckgraphiken „Schaufenster Schillerstraße“ gegen 64 andere Künstler durch und darf nun zwei Jahre lang kostenlos das Paul-Thieme-Atelier nutzen, das der Stadt Starnberg gehört. Außerdem richtet die Stadt im Anschluss für sie eine große Ausstellung aus.

„Ich freue mich auf den Ortswechsel und bin gespannt, was entstehen wird“, erklärte Julia Reich und bedankte sich für diese Chance. Die Ausrichtung des Kunstpreises sei für die Künstler im Landkreis Ermutigung und Ansporn. Überzeugt hatte die aus ehemaligen Kunstpreisträgern bestehende Jury, dass Julia Reich mit ihren Holzschnitten eine konventionelle im Expressionismus und den 20er Jahren gängige Technik benutzt, um Frauenrollen der Gegenwart zeichenhaft vorzuführen. So würden zurückhaltende, eindringliche Illustrationen entstehen zu Themen wie Prostitution, verschleierte Frauen oder Beate Uhse. Wohltuend empfand die Jury den Mut, auf ein historisches Handwerk zurück zu greifen, das im Übermaß der elektronischen Ästhetik eine frische inhaltliche deutlich konturierte Wirkung ergibt. Als zweite Preisträgerin setzte sich Edeltraud Klöpfer durch. Die Starnbergerin war bereits 2009 dritte Preisträgerin gewesen. Der Jury gefiel die Verbindung einer streng aus der geometrischen Abstraktion stammenden Bildstruktur mit Motiven aus den Medien. „So greift sie Klischees um Ludwig II., die mit bildnerischer Intelligenz in das Streifensystem interpretiert werden“, heißt es in der Begründung. Zwei ihrer weiterer Werke würden die grafische Virtuosität und die Vielfältigkeit im Spiel mit medialen Versatzstücken zeigen, die durch strenge Geometrie gebrochen werden. Für die dritte Preisträgerin, Ute Schönemann aus Berg, hatte sich die Jury entschieden, weil ihre bunten Fantasien zu „Alice im Wunderland“ erzählerische Versatzstücke in locker aufgetupfte Farbflecke flechten. Die heitere Farbstimmung trage eine Fülle von gegenständlichen Kürzeln, die den Betrachter zu Entdeckungen reizen würden.

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