Freie Wähler

Albert Luppart tritt mit 98 Prozent an

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Starnberg – Die Freien Wähler im Landkreis Starnberg ziehen mit Albert Luppart an der Spitze in den Landtagswahlkampf.

Fast einstimmig wählten die Mitglieder der Kreisvereinigung am Dienstagabend den 51-jährigen Kaufmann, Pöckinger Vize-Bürgermeister und stellvertretenden Landrat zum Direktkandidaten. Der Gilchinger Matthias Vilsmayer möchte das Direktmandat für den Bezirkstag holen. „Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt will, meinen Vertreter nach München abzugeben“, scherzte am Ende der Versammlung Lupparts Parteifreund und Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler. Dieser fungierte als Wahlleiter und freute sich freilich für den 98-prozentigen Zuspruch für seinen Rathausvize. Zuvor hatte Luppart die Gründe seiner Kandidatur. Es gehe ihm um die Stärkung des ländlichen Raums, um die Reform des Schulsystems und um die Bildungspolitik im allgemeinen: „Es kann nicht sein, dass das ganze Geld im Freistaat immer nur in die Metropolen München oder Nürnberg fließt“, kündigte Luppart im Fall seiner Wahl schon einmal den Kampf für eine „gerechtere“ Mittelverteilung an. Auch die Schulreform müsse man „mutig angehen“ und mehr Ganztagsangebote schaffen. Die derzeitige Debatte auf Kreisebene über einen BOS/LOS-Zweige erinnere Luppart, der seit 1990 ununterbrochen in der Kommunalpolitik mitmischt, an die Bundestagsdebatte über den Umzug von Bonn nach Berlin. „Hier werden Argumente über Parteigrenzen hinweg ausgetauscht und abgewogen.“ Er wünsche sich mehr Beratungen auf diesem Niveau, so Luppart, der nach seiner Laufbahn bei einer Bank im Landkreis Manager von Peter Maffey wurde und 2000 mit dem Rockmusiker die Tabaluga-Stiftung gründete, der er heute als Geschäftsführer vorsteht. Aber auch für die Energiewende will sich der Spitzenkandidat, der vehement auf Kreisebene für den Flächennutzungsplan für die Windkraft warb, stark machen. „Das geht alles nicht schnell genug.“ Überhaupt würde die derzeitige schwarz-gelbe Landesregierung und allen voran Ministerpräsident Horst Seehofer bei so vielen Themen die „Kommunen im Regen stehen lassen“. Ob bei der Windkraft, dem Schulhausbau oder der Kinderbetreuung, es seien immer die Landkreise, Städte und Gemeinden, die zuerst einmal (finanzielle) Vorleistung gehen oder die Probleme alleine (Windkraft) lösen würden. Luppart, der die Zusammenarbeit mit Landrat Karl Roth ausdrücklich lobte und sie als „sehr harmonisch“ beschrieb, freut sich auf die Auseinandersetzung mit seinen Gegenkandidaten Martin Zeil (FDP), Ute Eiling-Hütig (CSU), Tim Weidner (SPD) und Martina Neubauer (Grüne): „Das wird eine spannende Zeit.“ Mit Matthias Vilsmayer wirft ebenfalls kein Unbekannter seinen Hut in den Ring: Vor allem im Zuge der Aldi-Ansiedelung im Gilchinger Gewerbegebiet Süd wurde der Familienvater und Koomunikationsunternehmer einer breiteren Öffentlichkeit im Landkreis bekannt. Er war vergangenen Sommer Mitinitiator und Sprecher der Pro-Aldi-Bürgerinitiative „Schilling gewinnt“. Im Bezirkstag möchte Vilsmayer, der sich seit vielen Jahren bereits beim TSV Gilching-Argelsried engagiert, an erster Stelle um die Sport-Förderung für Kinder und Jugendliche einsetzen. Als „bürgerliche, bodenständige Alternative zu CSU und FDP“ beschreibt Christine Hollacher die Freien Wähler auf Landesebende. Die ehemalige Herrschinger Bürgermeisterin und langjährige Kreis- und Gemeinderätin, die vor fünf Jahren nur knapp mit 8.500 Stimmen den Einzug in Maximilianeum verfehlte, möchte über die Liste in den Bezirkstag. Ebenfalls über die Liste versucht auch der Weßlinger Rasso von Rebay sein Glück, neben Albert Luppart als zweiter Vertreter des Landkreises einen Sitz im Landtag zu ergattern.po

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