Freinachtsscherz in Herrrsching

In der Freinacht "schillerte" Herrsching

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In der Freinacht "schillerte" Herrsching.

Herrsching – 1. Mai, acht Uhr morgens und „Herrsching schillert“ – ein bisschen zumindest, denn der in Aluminium eingewickelte Pflanztrog beim Edeka an der Seestraße war einer der übrig gebliebenen politischen Freinachtscherze, die am Dienstagmorgen in der Ammerseegemeinde bei den Passanten für Heiterkeit sorgten. In drei Varianten protestierten damit einige Bürger inkognito über Gemeinderatsbeschlüsse, die bereits in der Vergangenheit für viel Wirbel sorgten.

1. Die zwei Meter hohe Weißtanne unterhalb der Martinskirche: Sie ersetzt einen einst stattlichen „Weihnachtsbaum“, der wegen Borkenkäferbefall gefällt werden musste. Dafür bekam der Gemeinderat von den Witzbolden direkt an der Tanne ein „Denk Mal“ gesetzt. 

2. Stellvertretend für die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der See- und Summerstraße in Form von Planzentrögen, griffen die Protestierenden zur Alurolle und wickelten vor dem Vollsortimenter ein Gefäß ein. Auf Bürgermeister Christian Schiller abzielend beschrifteten sie jenen doppeldeutig mit „Herrsching schillert“. 

3. Plakate, auf denen die Gemeinde angeblich um Spenden etwa zum Kauf von „weiteren Pflanzkübeln“ warb – und für Gummibäume, damit Verletzungen vermieden würden, sollte der um die Hindernisse zirkelnde Fahrer aus Versehen mit dem bepflanzten Trog kollidieren. Gerhard Knülle bedauerte in einem Schreiben an unsere Zeitung sehr, dass bereits um 7.30 Uhr nur noch wenige der 25 Plakate übrig waren. Das CSU-Mitglied hatte sich in der Vergangenheit bereits wiederholt über die in seinen Augen „Chaos-Planung der See- und Summerstraße“ geärgert und freute sich entsprechend über den gelungenen Freinachtscherz. 

Plakate vom Bauhof abgenommen

Gelungen fand auch Schiller die Aktion. „Eine sehr kreative Idee, die mir als Bild geschickt wurde. Persönlich habe ich es leider nicht gesehen, denn als ich um 10 Uhr Richtung Bäcker spazierte, waren die Plakate schon weg.“ Der Bauhof sei am 1. Mai jedes Jahr schon früh morgens unterwegs, um die Sauereien der Freinacht wegzuräumen und hätten die Plakate auch gleich abgenommen. Auf Nachfrage bezüglich der verkehrsberuhigenden Maßnahmen, hatte er natürlich auch was zu sagen: Nach zahlreichen Beschwerden über Raser habe man sich mit der Polizei, dem Landratsamt, dem Verkehrsplaner, Gewerbetreibenden und auch zum Beispiel dem Behindertenbeauftragten zusammengesetzt und nach Lösungen gesucht. „Im Juni sprach sich der Gemeinderat einstimmig für die verkehrsberuhigenden Maßnahmen aus“, betonte Schiller, der diese auch kritisch sehe. Aber Alternativen dazu gebe es nun Mal nicht. Im Mai werden übrigens weitere Pflanzentröge aufgestellt. „Wir schauen es uns eine Weile an und dann entscheidet der Gemeinderat darüber, ob man die Maßnahmen behält oder wieder rückgängig macht.“ Baut man sie ab, hätten die Raser wieder freie Fahrt, bemerkte Schiller noch.

Von Michele Kirner

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