FSFF: Felicitas Darschin kam über Kino-Besuche zu Regie und Drehbuch

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Feldafing – Dass sie irgendwann beruflich mit dem Film zu tun haben würde, wusste Felicitas Darschin bereits in jungen Jahren.

Als Kind schon war sie Cineastin, freundete sich im alten Gautinger Kino wie in (dem Kinoklassiker) „Cinema Paradiso“ mit dem Filmvorführer an und verbrachte seither fast jede freie Minute im Kinosaal. Mit 15 absolvierte sie ihr erstes Filmpraktikum – und spätestens ab dann war es um die damalige Gautinger Gymnasiastin geschehen: Sie sammelte diverse praktische Erfahrungen bei Film und Fernsehen, führte mit nur 19 Jahren das erste Mal Regie und gründete kurz danach die Filmproduktion „Individual Films GbR“. Von 2003 bis 2007 studierte Felicitas Darschin an der HFF München Spielfilmregie mit dem Nebenfach Werbung. Aktuell schneidet sie in ihrem Produktionsbüro die „zeitgeistige Kinokomödie mit Tiefgang“ FRAU MUTTER TIER – einen Streifen, der unter anderem wirklich gesprochene Spielplatzparolen umsetzt. Etwa die Antwort der fanatischen Veganermutter auf die Frage, ob ein Kind nicht ab und zu Milchprodukte brauche: „Typisches Vorurteil. Sollte ein Kind nicht auch mal mit einem Gewehr auf eine Katze schiessen?“ Humorvoll führt das Großstadtmütter Kaleidoskop in diese zuweilen recht abgedrehte Parallelwelt, in der sich so manch einer nach der Geburt der Kinder verirrt. Drei Jahre lang begleitete die Regisseurin die Entwicklung des von Schauspielerin Alexandra Helmig verfassten Drehbuchs, formte die direkt aus dem Leben gegriffenen Alltagsgeschichten um die Hauptfiguren Marie, Nela und Tine mit. „Ein schönes Projekt mit tollen Schauspielern“, schwärmt Darschin. Die Arbeit mit dem Nachwuchs im Krabbelalter wurde dabei nicht selten zum Abenteuer. Schließlich könne man den mitwirkenden Kleinkindern kein Drehbuch aufzwängen. So wussten Filmemacher und Darsteller nie, welche Überraschungen die Knirpse für sie bereithielten. „Ich habe gelernt, dass es sich beim drehen mit Kindern lohnt, die Dinge manchmal einfach auszusitzen – und wenn man Geduld hat, kriegt man immer wieder was geschenkt.“ Das sei eben einer der Erfahrungswerte, an dem man persönlich und beruflich wachse, und den der kreative Beruf zwangsläufig mit sich bringe.

Die schönste Arbeit der Welt

Der Markt ist hart umkämpft, weiß die Regisseurin. Wie bleibt man denn im Geschäft? „Ich stelle mich breit auf, arbeite auch als Dozentin, Autorin und Produzentin und interessiere mich für verschiedene Genres.“ So schrieb die Tausendsassarin jeweils das Drehbuch zum Kinderfilm „Zwerg Nase “, den sie zugleich als ihr Langfilmdebüt im Jahr 2007 inszenierte , der TV-Dokumentation „Expedition ins Unbewusste – Den Träumen auf der Spur“ und liebt es außerdem, bei studentischen Projekten als Dozentin kreative Geburtshilfe zu leisten. Das sind nur drei Beispiele ganz unterschiedlicher Herausforderungen, die die 35-Jährige gerne annimmt. Dazu gehört auch das jüngste Projekt „Liebe lieber ungewöhnlich (AT)“, eine durch den FilmFernsehFonds Bayern geförderte episodische Liebeskomödie fürs Kino, die die Feldafingerin mit ihrer neuen Firma auch selbst produzieren will. Für ihr Schaffen wurde Darschin bereits mehrfach ausgezeichnet: Beim Fünf Seen Filmfestival 2008 bekam sie den Publikumspreis „Kleiner Star“ für den besten Kinder- und Jugendfilm, beim Filmfest München 2008 wurde sie in der Kategorie „Bester Kinder- und Jugendfilm“ und beim Schlingel Filmfestival Chemnitz in der Kategorie „Blickpunkt Deutschland Förderung“ nominiert. Hat sie die Berufswahl je bereut? Die Antwort ist ein klares Nein: „Ich würde mich wieder dafür entscheiden.“ Klar müsse man zuweilen zwischen den Aufträgen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. „Aber wenn der Auftrag da ist, darf ich den ganzen Tag mit den schönsten Dingen der Welt verbringen: mit Menschen, Fantasien, Träumereien und Emotionen.“ Wer Felicitas Darschin live sehen möchte, trifft sie im Rahmen des „Fünf Seen Filmfestival“ am Freitag, 28. Juli, um 19 Uhr im Kino Breitwand in Gauting an. Gemeinsam mit Schauspielerin und Drehbuchautorin Alexandra Helmig, Susanne Freyer und Ute Wieland wird die Regisseurin bei „Fokus Drehbuch“ die Entwicklung der Filme FRAU MUTTER TIER und Tigermilch diskutieren. mk

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