Fünf Seen Filmfestival

Auftakt nach Maß

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Starnberg – Mit dem Filmfestival im Landkreis Starnberg hatte Matthias Helwig die Bedürfnisse der Kinobesucher im Blick.

Ein Festival mit „Kraft für kulturelles Engagement und ohne thematischen Schwerpunkt“ sollte es werden – und das ist ihm gelungen, wie der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt. Heute kann sich das Festival im Fünfseenland deutschlandweit durchaus sehen lassen. „Es gibt so viele tolle Filme und deshalb wird das Festival immer größer.“ 150 Beiträge sind es dieses Jahr um genau zu sein, davon fünfzehn Premieren und drei Weltpremieren – und zur Eröffnung hatte er die französische Komödie „Portugal mon Amour“ von Ruben Alves ausgesucht, die in der gut besuchten Schlossberghalle für beste Stimmung sorgte. Wie schon die „Willkommen bei den Sch’tis“ hatte der Gründer des Filmverleihs Prokino Stephan Hutter den Streifen nach Deutschland geholt. Während die Erfolgskomödie mit der gelungenen Übertragung des nordfranzösischen Dialektes in eine eigene Sprache brillierte, lief der Knüller aus Starnbergs Partnerstadt Dinard am Mittwoch im Original mit deutschem Untertitel. Zur Freude einiger Freunde des Originals lasen sich die geladenen Gäste schnell ein, fingen sofort Feuer für das ruppig-liebenswerte portugiesische Ehepaar Maria und José. Seit 30 Jahren leben die beiden Emigranten mit Sohn und Tochter in bescheidenen Verhältnissen im Pariser Viertel, sind bei allen für ihre Freundlichkeit und Fleiß beliebt. Während Maria für die bessere Gesellschaft als Putzfrau arbeitet, ist José leidenschaftlicher Maurer und für das große Bauunternehmen unersetzlich. Unterdessen ist deren Hilfsbereitschaft für ihre Umgebung selbstverständlich geworden und umso schockierter sind sie, als das Paar die Rückkehr nach Portugal plant, wo sie das geerbte Anwesen ziehen wollen. Sofort werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Beiden in Paris zu halten. Wunderbare Schauspieler füllten ihre Rolle perfekt aus, erfuhren Szenenapplaus, zustimmendes Gelächter und ein glücklich gestimmtes Publikum – darunter auch Landrat Karl Roth, Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger, Walter Steffen, Uli Putz und Wolfgang Vogt – ließ den Abend bei portugiesischen Tapas und einem Glas Wein ausklingen. Ein wahrlich gelungener Auftakt in knapp zwei Wochen cineasti-schen Hochgenuss, das am Donnerstag mit der Kinopremiere „Drei Stunden“ des ebenfalls anwesenden Boris Kunz ein weiteres Highlight erfuhr. Michèle Kirner

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