Nachwuchs soll Saison zu Ende bringen

Fußball: Bezirks-Jugendleiter Joachim Fuchs aus Weilheim blickt voraus

Bezirksjugendleiter Joachim Fuchs
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Bezirksjugendleiter Joachim Fuchs informierte die Vereine über die aktuellen Planungen für den Fußballnachwuchs.

Landkreis - Ein schwieriges Jahr liegt hinter allen Nachwuchs-Fußballteams in der Region. Aufgrund der Corona-Einschränkungen und des Lockdowns konnten kaum Spiele absolviert werden. Die Aussichten für das neue Jahr sind auch nicht besonders rosig, wie Joachim Fuchs, der Jugendleiter des Fußball-Bezirks Oberbayern, einräumt. „Keiner von uns weiß, ob wir tatsächlich im März oder April überhaupt schon wieder spielen dürften.

Das aktuelle Infektionsgeschehen und die Beschlüsse der Staatsregierung lassen darauf schließen, dass das nicht der Fall sein wird“, erklärte der Weilheimer in einem Schreiben an die Vereine. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten beschloss der Verbandsjugendausschuss in Abstimmung mit den Bezirksjugendleitern bereits im Dezember, dass im Nachwuchsbereich die vom Juli bis November 2020 geplante so genannte „Spielzeit 1“ im neuen Jahr zu Ende gespielt. Die Spielzeit 2, die von März bis Juni 2021 angesetzt war, wird ersatzlos gestrichen. „Diese Vorgehensweise wurde im Zusammenspiel mit den Vereinen erarbeitet und beschlossen. Ganz bewusst, um sicherzustellen, dass zumindest eine Spielzeit der Saison 2020/21 auf alle Fälle zu Ende gespielt werden kann“, schrieb Fuchs. Durch diese Entscheidung besteht für die Vereine mehr Planungssicherheit für 2021. Für alle Mannschaften, die keine oder nur noch wenige offene Partien vor sich haben, soll es alternative Spielrunden für das Frühjahr 2021 geben. Im Gegensatz zum Ligapokal bei den Erwachsenen, wird dabei aber kein zusätzliches Aufstiegsrecht ausgespielt. Die Planungen der Spielleiter für diese Runden laufen bereits. 

Die einzige Ausnahme in dem Beschluss stellen die U9- und U11-Ligen dar. Diese Ligen werden abgebrochen und neu angesetzt. Für das neue Jahr ist Fuchs durchaus zuversichtlich, dass es fußballerisch wieder einigermaßen normal ablaufen kann. „Wir befinden uns in einer Situation, die wir alle so noch nicht einmal im Ansatz schon mal so erlebt haben. Trotzdem versuchen wir alle unser Bestes, um den Kindern und Jugendlichen möglichst schnell wieder das Trainieren und das Spielen zu ermöglichen“, meinte der Bezirks-Jugendleiter, der auch auf die im Sommer 2020 neu eingeführten Meldeligen einging. Diese ermöglichen es den Vereinen ihre Teams selbst nach der Stärke in eine Liga von der Gruppe bis hin zur Kreisliga einzuteilen. So soll vermieden werden, dass schwächere Jahrgänge, die auf starke Jahrgänge folgen, in den höheren Ligen untergehen und so vielleicht die Lust am Fußball verlieren. Aber auch stärkere Jahrgänge haben so die Möglichkeit in der nächsten Altersklasse auf ähnlich starke Gegner zu treffen, um so mehr gefordert zu werden.

„Ich bin mir sicher, die meisten von uns wollen weg von den 15:0- oder 1:17-Ergebnissen, die weder dem Sieger noch dem Verlierer weiterhelfen. Deshalb soll mit diesen Meldeligen, die sportliche Entwicklung und der Spaß am Spiel in den Vordergrund rücken und nicht das reine Erfolgsdenken“, führte Fuchs aus. Die Resonanz bei den Vereinen zu dieser Neuerung war sehr gut. „Ich habe sehr viel positives Feedback bekommen“, berichtete der Bezirksjugendleiter, der von der meist zutreffenden Einschätzung der jeweiligen Spielstärke durch die Vereine für die Meldeligen auch angetan war. „Sie lagen in der Masse richtig“, so Fuchs, der bei den Clubs auch durchaus die Bereitschaft erkannte, sich neuen Ideen zu öffnen. „Früher herrschte eher die Meinung auf Altbewährtes zu setzen, aber vielleicht liegt es auch an Corona, dass man jetzt bereit ist umzudenken“, schloss Fuchs, der sich mit den Vereinen zu dem Thema im Frühjahr erneut austauschen will.

Roland Halmel

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