Gärtnern ohne Torf: Aktiv für Moor- und Klimaschutz agieren

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Starnberg – Mit dem Frühling startet wieder die Gartensaison, in der Hobbygärtner ihre Blumenbeete nicht nur umgraben sondern auch frisch bepflanzen. Damit die Pflanzen gut wachsen, greifen viele immer noch auf torfhaltige Erden zurück. Im Rahmen der Aktion „Gärtnern ohne Torf“ empfiehlt Jürgen Ehrhardt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, der Umwelt zuliebe auf torffreie Alternativen zurückzugreifen.

Im Handel findet sich oft eine Vielzahl an Blumenerden, die weder ökologisch noch klimafreundlich sind, da sie immer noch sehr hohe Torfanteile enthalten. Und das, obwohl seit langem bekannt ist, dass der Torfabbau zu erheblichen Veränderungen im Natur- und Wasserhaushalt von Moorstandorten führt und seine Zersetzung direkt zur Klimaerwärmung beiträgt. Vor drei Jahren rief der Landkreis Starnberg daher zur Aktion „Gärtnern ohne Torf“ auf. Auch heuer sollen Bürgerinnen und Bürger wieder ermutigt werden mitzuwirken. Ein gutes Beispiel für erfolgreiches und torffreies Gärtnern findet man im Hausgarten an der Possenhofener Straße 13/13 a in Starnberg. Die Familien Ufer-Süskind bewirtschaften mit ihren Mietern seit Jahrzehnten ihren Garten ohne Einkauf von Gartenerden und damit auch ohne Torf. Die insgesamt 300 Quadratmeter große Anbaufläche für Gemüse, Kräuter und Beerenobst werden nur mit dem eigenen Kompost aufgedüngt. „Das ist das Idealbeispiel, wie man natürliche Ressourcen sinnvoll einsetzt. Die Hobbygärtner verzichten hier bewusst auf den Zukauf von Blumenerden, welche häufig nicht nachhaltig sind“, sagt Kreisfachberater Jürgen Ehrhardt beim gemeinsamen Besuch mit der Vorsitzenden des Kreisverbandes für Gartenbau Anna Neppel und der Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt. Wenn der eigene Kompost nicht ausreicht, sollte der umweltbewusste Hobbygärtner torffreie Erden einkaufen, auch wenn sie ein wenig teurer sind. Diese Substrate sind ökologisch unbedenklich, entstammen weitgehend der regionalen Kreislaufwirtschaft und unterscheiden sich in ihrer Qualität nicht von anderen Erden. Torffreie Erden werden mittlerweile in allen Gartencentern und Baumärkten angeboten, sowie als lose Ware im Kompostierwerk Hadorf. Wer den torffreien Garten einmal besuchen will, bekommt die Möglichkeit zum „Tag der offenen Gartentür“ am Sonntag, 25. Juni. Die Aktion „Gärtnern ohne Torf“ ist ein Kooperationsprojekt des Landratsamtes Starnberg mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Energiewendeverein. Weitere Informationen zur Aktion „Gärtnern ohne Torf“ gibt es im Internet unter www.lk-starnberg.de/Gartenkultur-und-Landespflege. kb

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