Illustrer Kreis und Mahnerin

400 Gäste feiern beim Gartenfest der Akademie für Politische Bildung in Tutzing

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Beim Gartenfest: (v.l.): Thomas Gehring (MdL), Hans Urban (MdL), Markus Blume (MdL), Natascha Kohnen (MdL), Professorin Dr. Ursula Münch (Akademiedirektorin), Albert Duin (MdL), Leslie Mandoki (Musiker), Peter Küspert (Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs) und Professor Dr. h.c. Rudolf Mellinghoff (Präsident des Bundesfinanzhofs).

Tutzing – Das Wetter meinte es gut mit der Akademie für Politische Bildung und ihren 400 Gästen. Bis tief in die Nacht feierten sie bei Jazz-Musik im Rosengarten und ließen sich Spanferkel, Grillwürstl und Schokomousse schmecken.

Direktorin Ursula Münch verteidigte in ihrer Begrüßungsrede die Rolle der Hinterzimmer und warnte vor zu viel Haltung in der Wissenschaft. Die Wahl Ursula von der Leyens zur Präsidentin der EU-Kommission hat die Hinterzimmer wieder einmal in Verruf gebracht. Von „Küngeleien“ und „Postengeschacher“ war in den Medien die Rede. „Nachvollziehen kann ich diese Schmähungen nicht“, sagte Akademiedirektorin Ursula Münch zu den 400 Gästen des Gartenfests. Immerhin müssten 28 europäische Mitgliedstaaten in Rücksprache mit sieben sich neu konstituierenden Parlamentsfraktionen für die fünf EU-Spitzenpositionen eine ausgewogene Lösung aus Herkunft, Geschlecht und politischer Zugehörigkeit finden. „Solange mir dafür keiner ein passendes Vorderzimmer zeigt, bin ich für Hinterzimmer“, erklärte sie in ihrer Begrüßungsrede. Der aktuelle Sprachgebrauch denunziere demokratische politische Entscheidungsprozesse. Außerdem kritisierte Münch, dass sowohl Journalisten als auch Wissenschaftler inzwischen nicht mehr „Neugier“ als wichtigste berufliche Tugend betrachten, sondern „Haltung“. Natürlich können und sollen sich auch Journalisten und Wissenschaftler als politisch denkende und handelnde Menschen gegen Populismus und für Minderheiten stark machen – aber eben nicht in ihrer beruflichen Tätigkeit. „Die Wissenschaftsfreiheit wird nicht nur von den erklärten Feinden einer freien Wissenschaft bedroht, sondern womöglich sogar von denen, die es eigentlch gut meinen mit ihrer Haltung. Die ist zumindest gelegentlich nichts anderes als unwissenschaftliche Parteilichkeit“, sagte Münch. Schützen lässt sich die Demokratie vor allem durch politische Bildung, die laut Münch mit der digitalen Bildung verbunden werden muss – wie von der Akademie und anderen Institutionen und Vereinen in einem Memorandum gefordert. „Dann geht es womöglich aufwärts mit der politischen Bildung an bayerischen Schulen.“

kb

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