Mehr Weiterbildung und Investitionen in die Digitalisierung

Gastronomie im Kreis Starnberg: Gewerkschaft appelliert Corona-Krise als Chance zu nutzen

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Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) appelliert an Hotels und Gaststätten im Landkreis Starnberg die Kurzarbeit für die Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu nutzen.

Landkreis - Die Corona-Pandemie sorgt für einen Tourismus-Einbruch: Im ersten Halbjahr haben rund 64.200 Gäste den Landkreis Starnberg besucht – das sind 55 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 48 Prozent auf etwa 179.000. Das teilt unlängst die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Presseaussendung mit.

Die NGG beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. „Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Gastwirtschaften, Biergärten und Restaurants über viele Wochen ganz zusperren. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München.

Unter der Situation litten aber nicht nur die Unternehmen. „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt“, betont Lünnemann. Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison. Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis Starnberg rund 3.600 Menschen.

Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben. 

Die Gewerkschaft NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. „Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist. Und Beschäftigte können einen Schritt auf der Karriereleiter machen – etwa von der Küchenhilfe zur Köchin, vom Restaurantfachmann zum Hotelfachmann“,sagt Lünnemann. Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden. Hier berge die Krise eine große Chance. 

Von Kreisbote

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