Gauting: Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige nicht nachzuweisen

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Gauting – Die Anklage des Schöffengerichts Starnberg wog schwer, doch am Ende war die „vorsätzliche unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige“ einem 23-jährigen Gautinger nicht nachzuweisen. Den strafrechtlich bislang völlig unbescholtenen jungen Mann belastet hatten einige frühere Insassinnen des örtlichen Mädchenheims.

Im Januar 2016 soll der als Kellner Arbeitende nach Aussage einer damals 16-Jährigen drei Gramm Haschisch für 30 Euro an eines der Mädchen verkauft haben - im Verfahren rückte die mittlerweile fast Volljährige jedoch von ihrer polizeilich protokollierten Beschuldigung ab.

Die Polizei Gauting und später die Kripo Fürstenfeldbruck waren nach Angaben eines Ermittlers seinerzeit einer vermeintlichen „Joint-Runde im Mädchenheim“ auf der Spur gewesen: In den Vernehmungen hatte eines der dazu befragten Mädchen einen Hinweis auf den jetzt beschuldigten Gautinger gegeben, dieser habe ihr die Rauch-Drogen verkauft, gestreut hatte die damals Minderjährige das offenbar auch innerhalb des Mäd-chenheims. Eine folgende polizeiliche Durchsuchung der Wohnung des 23-Jährigen hatte eine geringere Menge Haschisch zu Tage gefördert und diesem einen weiteren Anklagepunkt eingebrockt: unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln - Letzteres wurde gegen eine Geldauflage von 200 Euro eingestellt. Die „Abgabe an Minderjährige“ ließ sich seitens der Staatsanwaltschaft auch nicht nachweisen, so dass es hier zum Freispruch kam. 

Ein von der Polizei sicher gestelltes Mobiltelefon und dessen ausgewertete Chat-Verläufe hatten laut einem Brucker Drogenfahnder allerdings deutliche Hinweise ergeben, dass der Gautinger durchaus etwas mit „Handeltreiben mit Betäubungsmitteln“ zu tun gehabt hatte: „Da war von weicher Schokolade die Rede, in der Szene-Sprache bedeutet das Haschisch“, so der Ermittler, der auch von gechatteten Preis-Gesprächen berichtete und sogar davon, dass größere Drogen-Mengen „von Italien aus“ beschafft werden sollten. Doch dies war bei der Schöffengerichtsverhandlung diesmal gar nicht das Thema: Der Beschuldigte sagte, bezogen auf die Anklage-Vorhalte, er „konsumiere selber gelegentlich bei Stress oder zum besseren Einschlafen“ weiche Drogen und habe auch das Mädchen aus dem Heim „vom Sehen“ gekannt, an dieses aber keine Betäubungsmittel veräußert. Amtsrichterin Brigitte Braun als Vorsitzende des Schöffengerichts sah genau wie der Staatsanwalt keine für eine Verurteilung ausreichenden Tatnachweis und sprach den Gautinger in diesen Punkten frei. Der Verteidiger merkte noch an, es stoße ihm „etwas sauer auf, dass von der für meinen Mandanten doch stark belastenden Anklage nichts übrig“ sei. Unklar blieb, was aus den anderen Kripo-Ermittlungen geworden ist. mps

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