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Gedenkbaum gepflanzt: Freunde und Weggefährten nahmen Abschied von Gerhild Schenck-Heuck

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Gedenkfeier
Eine Gedenkfeier für Dr. Gerhild Schenck-Heuck: Wegbegleiter und Freunde der Verstorbenen pflanzen einen Gedenkbaum. © Michèle Kirner

Oberpfaffenhofen – Dr. Gerhild Schenck-Heuck ist am 27. Dezember 2021 mit 73 Jahren im Kreise ihrer Familie verstorben. Am vergangenen Samstag verabschiedeten sich ihre Freunde und Wegbegleiter von der Verstorbenen – und es war, als ob ihr fröhliches, tatkräftiges Wesen noch einmal mitten unter ihnen war.

Vom Foto lächelt die langjährige Vorsitzende der Weßlinger Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN), Dr. Gerhild Schenck-Heuck. Das rotblonde Haar ist zu einem Zopf geflochten, der ihr über die Schultern fällt. Beim Betrachten rollen der stellvertretenden Vorsitzenden Jeanette Messerer-Frieß Tränen über die Wangen. Aus der Runde fallen Begriffe wie „fröhlich“, „eine herzensgute Frau“ oder „liebenswürdig“. Weggefährten pflanzten am Samstagmorgen auf der Streuobstwiese in Oberpfaffenhofen Schenck-Heuck zu Ehren einen Gedenkbaum zu pflanzen.

„Wir gestalten Gerhild entsprechend die Gedenkfeier fröhlich“, betonte Kassier Markus Werner. Sie hätte das so gewollt, sagte er, bevor Nikolaus Seitz auf der Ziehharmonika beschwingte Lieder anstimmt. Obstbaumzüchter Oliver Braunhold grub mit dem Spaten das Loch, in dem anschließend ein Apfelbaum „Roter Bellefleur“ gepflanzt wurde. An den Stamm soll später ein Kupferschild mit der Inschrift „Roter Bellefleur Gerhild“ angebracht werden. Belle fleur bedeutet so viel wie „schöne Blüte“ – und soll auch an die von Werner beschriebenen „legendären Blütenfeste“ erinnern, die unter Federführung der promovierten Ärztin stattgefunden hatten, die einst mit ihrer Gitarre unter einer Plane saß „und gegen den Regen ansang“.

Die Wiese mit den mehr als 200 Obstbäumen sei Schenck-Heuck ein großes Bedürfnis gewesen, sagte Jeanette Messerer-Frieß. In den Baumkronen finden Vögel Nistplätze, im Frühling umschwärmen Bienen die Blüten. Auf dem Areal hatte die vierfache Mutter und Großmutter viele Pflanzaktionen organisiert. Ihre Stellvertreterin erzählte von einem dieser Projekte. Damals habe es wie aus Kübeln gegossen und „wir waren nass und dreckig bis auf die Haut“. Sehnlichst hätten sich die Teilnehmer ein warmes Bad und trockene Kleidung gewünscht. Und Dr. Gerhild Schenck-Heuck? „Sie stand da, strahlte und sagte: Das haben wir geschafft.“

Ihre heitere Naturverbundenheit wird in den vielen Rundbriefen lebendig, die auf der Homepage des Bund Naturschutz hinterlegt sind. Etwa die Beschreibung einer Vogelschar: „Stundenlang kann ich dem schwerelosen Spiel des Schwarms Spatzen zuschauen, die sich an unserem Futterhäuschen im Schutze der Rosenlaube tummeln. Ein paar Kohlmeisen, zwei zierliche Blaumeisen gesellen sich dazu, sobald es kälter wird, beherrscht ein Kleiber das Feld“, schrieb sie.

Das Foto der Verstorbenen ist eine Leihgabe ihres Ehemannes Prof. Horst-Günter Heuck. Darunter abgedruckt ist der Text „Gezeiten der Liebe“ von Anne Morrow Lindbergh, mit dem er seiner Frau gedachte: „(…) und die einzige mögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum, im täglichen Auf und Ab – in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind.“ Das Apfelbäumchen steht für den Wachstum und die Fortdauer der Erinnerung an die Frau, deren Herz Zeit ihres Lebens für die Umwelt schlug.

Michèle Kirner

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