Gefährliche Begegnungsfalle für Busse

Wenn alles gut läuft, begegnen sich die MVV-Busse der Linie 266 zwischen der U-Bahn-Station Großhadern und der S-Bahn-Station im Abstand von einer Minute an der Neurieder Straße. Wenn der eine an der Haltestelle losfährt, kommt der andere aus der Gegenrichtung gerade an. Doch es läuft nicht immer gut. Dann begegnen sich die 2,55 Meter breiten Gelenkbusse oft an der nur 5,5 Meter breiten Straße Am Klopferspitz.

Theoretisch könnten sie sich im Abstand von 40 Zentimetern aneinander vorbeischieben, eigens deshalb wurde an dieser Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 eingerichtet. Doch in der Praxis können die Busfahrer in der kurvigen Straße zu spät erkennen, ob und welche Fahrzeuge entgegen kommen. Außerdem fahren die Busse fast immer zu schnell. Die Folge: Kommt dem Bus aus Großhadern einer entgegen, der Richtung Max-Planck-Institute fährt, weicht der aus Großhadern einfach auf den Bürgersteig aus. Sein entgegenkommender Kollege kann das nicht, weil auf der anderen Straßenseite Autos parken dürfen. Besonders gefährlich für Fußgänger und Kinder sind solche Manöver, da in diesem Bereich mit der Benefiziat-Bach-Straße eine Spielstraße einmündet. Der MVV, der diese riskante Begegnungsfalle durch eine Fahrplanänderung entschärfen könnte, stellt sich jedoch stur. Andreas Löbe zitierte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Planegg aus einer Stellungsnahme des MVV, wonach „eine Begegnung der Busse laut Fahrplan nicht vorgesehen“ sei. Mehr noch: Er lehnt auch eine Regelung via Bus-Ampel ab, weil dafür der enge Fahrplan keinen Spielraum lasse. Um die Situation zu verbessern, wurde als erste Maßnahme an der Neurieder Straße im Kreuzungsbereich ein absolutes Haltverbot eingerichtet, damit der Busfahrer aus Richtung Planegg am rechten Fahrbahnrand der Neurieder Straßeso weit vorfahren kann, bis er die Straße Am Klopferspitz wenigstens ein Stück weit einsehen und Gegenverkehr vor dem Einbiegen abwarten kann. In der Sitzung wurden nun verschiedene baulichen Veränderungen in der engen Straße diskutiert. Die teuerste Alternative, ein Vollausbau für rund 110.000 Euro, mit dem die Straße um 75 Zentimeter verbreitert würde, kam für den Rat nicht in Frage, vor allem vor dem Hintergrund, dass bald die U6 bis Martinsried führt und die Busse dann ohnehin anders fahren. Verabschiedet wurde schließlich bei zwei Gegenstimmen, eine Verringerung des Kurvenradius im Bereich der Kreuzung Neurieder Straße, damit die 17,5 Meter langen Busse leichter abbiegen und die Fahrer den Gegenverkehr aus der Straße Am Klopferspitz besser sehen können, sowie deren Teilausbau, mit dem der Bordstein des zwei Meter breiten Bürgersteigs auf der südlichen Straßenseite um einige Zentimeter abgesenkt und der neue Fahrstreifen mit Pflastersteinen versehen wird. „Die Busse haben dadurch 75 Zentimeter mehr Platz zum Ausweichen, Autofahrer benutzen weiterhin nur die Straße“, erklärte Andreas Löbe. Der Einmündungsbereich der Benefiziat-Bach-Straße muss natürlich angepasst werden. Hierfür veranschlagt die Gemeinde Planegg insgesamt weniger als 50.000 Euro. Bürgermeisterin Annemarie Detsch: „Es ist zwar ärgerlich, dass wir die Straße ändern müssen, weil der MVV seinen Fahrplan nicht korrigieren will, aber die Sicherheit der Bürger ist mir das wert.“ Und einstimmig beschloss der Gemeindrat, dass der Würmtal-Zweckverband möglichst schnell eine Tempo-Meßstation aufstellt. Damit die Busse des MVV wenigstens mit der vorgeschriebene Geschwindigkeit durch die enge Straße fahren.

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