Warum gute Zahnpflege vor einem Schlaganfall schützen kann!

Der „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai 2019 – Wir zeigen aktuelle Risikofaktoren

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Das Team des Neurozentrum Tutzing - Feldafing (v. l.): Priv.-Doz. Dr. Michael Valet, Chefarzt Prof. Dr. Dirk Sander und Oberarzt Dr. René Trabold

Tutzing / Feldafing - Am 10. Mai ist wieder bundesweiter „Tag gegen den Schlaganfall“. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellt den Aktionstag unter das Motto „Ich spüre was, was du nicht siehst...“ Die Initiative setzt sich vor allem dafür ein, Schlaganfälle zu verhindern, die Versorgung zu verbessern und Betroffenen zu helfen. Prof. Dr. Dirk Sander, Chefarzt Neurozentrum Tutzing und Feldafing, ist anerkannter Experte vor allem auf dem Gebiet der Prävention eines Schlaganfalls.

Anlässlich des Aktionstages zum Schlaganfall veröffentlicht der Neuro-Spezialist aktuelle Erkenntnisse rund um die Prävention eines Schlaganfalls bei bereits bekannten Risikofaktoren der Betroffenen. „30 Prozent aller Schlaganfälle sind Rezidive, es handelt sich also bereits um den zweiten oder einen weiteren Schlaganfall“, so Prof. Sander. Ein weiterer Schlaganfall führt häufiger zu bleibender Behinderung.

Welches sind die Risikofaktoren?

Auch gute Zahnpflege schützt vor einem Schlaganfall. Im Rahmen einer amerikanischen Studie mit 6.736 Teilnehmern kam man erst kürzlich zu folgendem Ergebnis: Die Teilnehmer hatten zuvor noch keinen Schlaganfall erlitten und die vorhandene Parodontose wurde in sieben Schweregrade eingeteilt. Innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren erlitten die Teilnehmer mit stärkerer Parodontose häufiger einen Schlaganfall. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung reduzierte das Schlaganfallrisiko um fast 50 Prozent.

Auch Depressionen sind ein Risikofaktor, insbesondere bei älteren Menschen, die oft einsam sind. Dies wurde bereits in verschiedenen Studien mit insgesamt über 47.000 Patienten die älter als 65 Jahre sind, nachgewiesen.

Ebenso warnt Prof. Dr. Dirk Sander vor dem Genuss von übermäßigem Alkohol. Dies ist bereits in vielen Untersuchungen belegt. Bisher ist man davon ausgegangen, dass ein moderater Alkoholkonsum - maximal 1/8 Liter Wein oder ½ Liter Bier pro Tag - zu keiner Riskoerhöhung führt. Neuere Studien zeigen aber, dass diese Annahme für das Risiko für einen Herzinfarkt nicht aber einen Schlaganfall zutrifft. Das geringste Schlaganfallrisiko besteht bei Alkoholabstinenz. Dabei spielt die Art des Alkoholkonsums (Weißwein. Rotwein, Bier etc.) keine Rolle.

Schutz vor einem Schlaganfall

„Der größte Risikofaktor für den Schlaganfall ist der hohe Blutdruck, der sogenannte Hypertonus, gefolgt vom Alter. Außerdem sind Männer gefährdeter als Frauen. Weitere Risikofaktoren sind Diabetes mellitus, ein erhöhtes Cholesterin aber auch Rauchen. Ein Großteil dieser Risikofaktoren führt dazu, dass sich in den Gefäßen, die das Gehirn versorgen, eine sogenannte Arteriosklerose entwickelt. Es entstehen Ablagerungen in der Gefäßwand, die dann über die Zeit zu einer zunehmenden Verengung und letztendlich zu einem Verschluss des Gefäßes führen“, so Prof. Dr. Dirk Sander.

Jeder kann sich vor einem Schlaganfall schützen. Verzichten Sie auf Rauchen und lassen Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Achten Sie auch auf ausreichende Bewegung und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Ballaststoffen, wenig Fett und ausreichend Flüssigkeit.

Intensive Nachversorgung von Schlaganfall-Patienten soll Risiko minimieren

Im Rahmen der SANO-Studie („Strukturierte ambulante Nachsorge nach Schlaganfall“), die in den Benedictus Krankenhäusern in Tutzing und Feldafing durchgeführt wird, soll auch die Nachversorgung der Schlaganfall-Patienten optimiert werden. Die Studie wird vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) gefördert und es nehmen insgesamt 30 Kliniken daran teil.

Prof. Dr. Dirk Sander ist Mit-Initiator dieser Studie. „Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich durch intensive Betreuung nach dem ersten Schlaganfall das Risiko für einen weiteren verringern lässt“, so Sander. Immerhin liege das Risiko für einen weiteren Schlaganfall bei rund 15 Prozent. Teilnehmende Patienten sowie der betreuende Hausarzt werden dabei intensiv über die Schlaganfall-Risikofaktoren aufgeklärt. Ziele und Ergebnisse wie z.B. Ernährung und Bewegung werden daraufhin festgelegt und im Gesundheitspass erfasst, ebenso wie der tägliche Blutdruck.

Prof. Dr. Dirk Sander, u.a. Vorstands-Mitglied des Bundesverbands Neurologische Rehabilitation, ist darüber hinaus auch Mitglied des Leitungsgremiums der SANO-Studie. „Verzeichnen die Ergebnisse einen Erfolg, wird die SANO-Studie wohl in die Regelversorgung übergehen.“

Sander hat sich bundesweit eine Expertise rund um die Erforschung und Behandlung des Schlaganfalls erarbeitet. Darüber hinaus hat der Neuro-Spezialist auch die erste neurologisch geführte Stroke-Unit im 5-Seen-Land aufgebaut, die 2015 erstmals regional durch die DSG zertifiziert und 2018 re-zertifiziert wurde. Im Landkreis Starnberg ist sie damit die einzig neurologisch geführte Abteilung speziell für Schlaganfall-Patienten, bei der Fachärzte für Neurologie Patienten direkt in der Stroke-Unit behandeln und versorgen. Mit der im Nachbarort angegliederten Früh- und weiterführenden Rehabilitation am Benedictus Krankenhaus Feldafing ist für die Patienten eine geschlossene Behandlungskette durch dieselben Fachärzte und Therapeuten gewährleistet.

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