"Es geht nicht um gesamte Sperrung"

Die Seeuferstraße soll vom Verkehr entlastet werden- eine Sperrung für Autofahrer ist nicht angedacht. Foto: Jaksch

Vier Bürgermeister – eine Meinung: Die Seeuferstraße von Starnberg nach Tutzing soll von einer Staatstraße zu einer Ortsverbindungsstraße herabgestuft werden, um den Durchgangsverkehr auf die B2 zu lenken. Von einer Sperrung der Uferstraße für Autofahrer kann dabei keine Rede sein.

Bei einem gemeinsamen Pressegespräch traten die vier Bürgermeister der Westufergemeinden, Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger aus Starnberg sowie seine Amtskollegen Rainer Schnitzler aus Pöcking, Bernhard Sontheim aus Felda- fing und Stephan Wanner aus Tutzing, ausdrücklich derzeit kursierenden Gerüchten entgegen, nachdem die Seeuferstraße nach ihrer Abstufung komplett für den Verkehr gesperrt werden soll. „Uns geht es um Verbesserungen für die Anlieger und eine Verkehrsverlangsamung, aber niemals um eine gesamte Sperrung“, betonte Starnbergs Rathauschef Pfaffinger. So könnten nach der Abstufung mehr Querungen gebaut sowie Geh- und Radwege errichtet werden. Bislang scheiterten solche Überlegungen, weil die Gemeinden bei der Staatstraße am See keine Planungshoheit haben, sprich nicht zuständig sind. Das ändert sich mit der Abstufung zur Ortsverbindungsstraße. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg: Zwar sind gewisse Voraussetzungen für die Verlagerung des Verkehrs auf die B2 bereits erfüllt worden – wie der Bau einer Umgehung von Pöcking oder die Heraufstufung der bisherigen Ortsverbindungsstraße von Traubing nach Tutzing zur Staatstraße, die derzeit gerade in Angriff genommen wird – trotzdem fehlt noch etwas Entscheidendes: Eine Starnberger Verkehrslösung. Solange der B2- Entlastungstunnel sowie die Westtangente nicht gebaut sind, kann man die Seeuferstraße nicht umgestalten. Die B2 könnte den Zusatzverkehr momentan gar nicht aufnehmen. „Jetzt muss erst der Bund seine Hausaufgaben machen und Geld für den Bau des Tunnels zur Verfügung stellen“, so Starnbergs Bürgermeister. Anlass die Pläne für die Herabstufung der Seeuferstraße gerade zum jetzigen Zeitpunkt der Öffentlichkeit vor zu stellen, ist laut Bernhard Sontheim die beim Staatlichen Bauamt Weilheim begonnen Planung, den Verkehrsknoten Maxhof umzubauen. „Wir müssen uns jetzt melden, was wir wollen, um uns Optionen offen zu halten“, erklärte Rainer Schnitzler. Am Maxhof schließt einmal die Westtangente an. Sollte der Verkehr in Pöcking derart zunehmen, möchte der Rathauschef nicht die Chance vertan haben, eventuell eine Nordumgehung anhängen zu können. Dagegen wird in Pöcking schon jetzt heftig protestiert. „Es muss möglich sein, darüber zu diskutieren, ohne gleich an die Wand gestellt zu werden“, finden die vier Bürgermeister. Die Rathauschefs wehren sich generell gegen Stimmungsmache: „Wenn jemand Gutachten anzweifelt, soll er seine Behauptungen auch beweisen und nicht nur Angst schüren“, so Bernhard Sont- heim. Stephan Wanner erteilte „Stimmen aus dem kommunalpolitischen Off“ eine klare Absage. Tutzing bekomme nicht Mehr-Lkw-Verkehr, weil die Bahnunterführung auf der dann zur Staatstraße aufgestuften Strecke Traubing-Garatshausen für größere Laster aufgeweitet werde. Vielmehr sei dafür die bessere Infrastruktur im Ort verantwortlich mit dem Gewerbegebiet Süd, ALDI und Tengelmann. Dank der Aufstufung dieser Strecke zur Staatstraße, konnte Feldafing die Verbindung Traubing-Feldafing bereits abstufen und hat so die Möglichkeit ihr Ortszentrum neu zu gestalten. Interkommunale Zusammenarbeit - ein wichtiges Wort für alle vier Bürgermeister. Das war lange anders. Bereits vor fast 15 Jahren hatten die damaligen Bürgermeister der vier Westufergemeinden versucht, den Verkehr auf der Seeuferstraße weg zu bekommen – allerdings ohne Erfolg. Zu groß waren die Eigeninteressen – und zu gering das Interesse an einer großräumigen Verkehrslösung.

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