Gehweg tut Not

Eine möglichst durchgängige Fußgängerverbindung im Ortsteil Diemendorf wird als zwingend erforderlich angesehen, um die Fußgänger und hier vor allem die Schulkinder des Dorfes auf der 5,50 Meter breiten Ortsdurchgangsstraße St2066 vor dem motorisierten Verkehr zu schützen. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss stellte die Verkehrsplanerin Twiehaus eindrucksvoll das Szenario dar, wenn sich etwa ein Lkw und ein Pkw auf dieser Straße innerörtlich begegnen: „Ein Fußgänger hat dann eigentlich keine Chance mehr“, so das Fazit.

Twiehaus hatte auf Basis eigener Zählungen durchschnittlich 4.000 Kraftfahrzeuge pro Tag ermittelt, die von drei Seiten kommend durchs Dorf fahren – laut Messungen oft mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Ein schützender Gehweg entlang der Straße täte also dringend Not, da für die Zukunft infolge von Brückenbauten an der Bundesstraße 2 für Diemendorf auch noch eine „massive Zunahme“ des Schwer-lastverkehrs zu erwarten sei, so Heinrich Reiter (Freie Wähler). Anwohner hatten, genau wie im Nachbardorf Monatshausen, die Gemeinde schon lange auf die Gefahren für Fußgänger aufmerksam gemacht – nun soll gehandelt werden: Bürgermeister Stephan Wanner ließ sich vom Ausschuss beauftragen, die Kosten zu ermitteln und Sondierungsgespräche wegen möglicher Grundabtretungen zu führen, um den Gehweg möglichst durchgängig zu realisieren – ob der dann südlich oder nördlich der Ortsstraße kommen wird, stehe noch nicht fest, die Planungen des Straßenbauamts für Diemendorf befänden sich „noch im Frühstadium“, so Wanner. Das mit der gewünschten „Durchgängigkeit“ eines Gehweges könnte allerdings schwierig werden: Der Landwirt, dem eine hierfür benötigte Wiese im Dorf gehört, ließ bereits wissen, dass er diese zwar gerne als Abkürzung für die Schulkinder auf dem Weg zur Bushaltestelle öffnen wolle, Grund für den Gehweg abzutreten komme für ihn aber eher nicht in Frage. „Da muss man halt reden“, schlug Rudolf Krug (ÖDP) vor. Im Nachbardorf Monatshausen (500 bis 600 Fahrzeuge pro Tag) wurde bereits ein Tempo 30-Schild nahe dem Ortseingang aufgestellt, das von der Verkehrsplanerin freilich als „etwas klein“ und nicht gut sichtbar eingeschätzt wird. Als vorläufige Tempo-50-Bremsen für Autofahrer schlug Twiehaus an dieser Stelle ein „optisches Eingangs-portal“, also eine Verschmälerung der Fahrbahn auf 4,50 Meter durch Bäume oder Büsche vor. Hinzu kommen könne auch eine Tempo-30-Zone im Dorf, so die Planerin, die sich an den offiziellen „Richtlinien für die Anlage von Staatsstraßen“ orientiert.

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