Gemeinde mit soliden Zahlen

Auf großes Interesse ist die erste Bürgerversammlung von Annemarie Detsch gestoßen. Rund 100 Planegger und Martinsrieder folgten ihrer Einladung ins Kupferhaus, neu war im Vorfeld der Versammlung der so genannte Markt der Informationen im Foyer. Auch dieses Angebot wurde rege genutzt, besonders frequentiert war der Stand zur 600-Jahr-Feier der Gemeinde. Dagegen wurde mehr oder weniger die Möglichkeit vertan, mit der Bürgermeisterin und der Rathausverwaltung die großen Themen der Kommune zu diskutieren.

Nur vereinzelt meldeten sich am Ende der Versammlung Stimmen aus der Bürgerschaft, die sich mit Fragen zum Ortszentrum Martinsried, zur Folgenutzung des erst kürzlich geschlossenen Obi-Gartenmarkts oder zur Ganztagesbetreuung von Kindern meldeten. Offenbar hatte die Rathauschefin zuvor bereits erschöpfend den Status quo zu den brisanten Themen wie der Staatsstraße 2063 neu, dem Autobahn-Südring, der Gewerbegebietserweiterung in Steinkirchen, der Umgestaltung des Planegger Marktplatzes oder über die Zukunft des Bahnhofsareal beschrieben. Lediglich ein Antrag wurde an diesem Abend gestellt – und auch mit deutlicher Mehrheit angenommen: Einmal jährlich soll demnach eine Begehung Martinsrieds stattfinden, um auf Missstände aufmerksam zu machen oder Anregungen für weitere Planungen zu geben. Der ehemalige Bürgermeister Dieter Friedmann hatte dieses Treffen zwischen Politik und Anwohner 2006 eingeführt. Für ihren ersten Rechenschaftsbericht nahm sich Annemarie Detsch viel Zeit. Ausführlich erörterte sie die Gemeindefinanzen, zollte Kämmerer Peter Vogel ihren Respekt ob seiner soliden Zahlen, die dieser Woche für Woche vorlege, führte die rege Bautätigkeit der Kommune an und freute sich über das erweiterte Krippenangebot für Kinder. Die Taktverdichtung der „Paradelinie“ 266 sei gelungen, ebenso konnten die Planungen für das Kinder- und Familienzentrum unweit des Rathauses abgeschlossen werden. Für die VHS habe die Kommune in den ehemaligen Edeka-Verkaufsräumen am Marktplatz einen neue und zentrale Bleibe gefunden, führte Detsch weiter aus. Die Campus-Erweiterung in Martinsried nehme Gestalt an, genauso wie die Neuordnung des Geländes am Feodor-Lynen-Gymnasium. Besonders hob Detsch den Durchbruch bei den Verhandlungen für die U-Bahn-Erweiterung nach Martinsried hervor. Bund, Freistaat, Landkreis und Gemeinde haben auf das „Garchinger Modell“ geeinigt. Das heißt, 95 Prozent der Baukosten sich Bund und Land aufteilen. Fünf Prozent werden von der Gemeinde Planegg und dem Landkreis München aufgebracht. „Für uns macht das in etwa zwei Millionen Euro aus“, schilderte Detsch. Noch einmal 180.000 Euro wird der Unterhalt der Strecke pro Jahr kosten. Die Bürgermeisterin verweis weiter auf den gelungen Auftakt zur den 600-Jahr-Feiern und den unermüdlichen Einsatz des Organisationskomitees, auf die erfolgreiche Arbeit des neugeschaffenen Kulturamts, das bereits 18 Veranstaltungen auf die Beine gestellt habe. Aber auch in diesem Jahr wird es in Planegg nicht langweilig werden. Im Mai wird die Studie zum Autobahn-Südring vorliegen, darüber hinaus gibt es noch keinen Bescheid zum drohenden Mobilfunkmast am Neunerberg und auch die Breitbandinitiative für Martinsried steht auf der Agenda ganz oben. Besonders hob Detsch noch die Arbeit des Lenkungskreises Martinsried hervor und äußerte ihr Unverständnis darüber, „warum wir jetzt schon wieder eine neue Bürgerinitiative brauchen“. Landrätin Johanna Rumschöttel, für die Planegg eine „Vorzeigegemeinde“ ist, lobte die Bemühungen Detschs und des Gemeinderats gerade in Sachen U-Bahn-Verlängerung. Ebenso bekamen Feuerwehr und Polizei die Möglichkeit, ein paar Zahlen zum abgelaufenen Jahr vorzustellen. So ist die Kriminalität in Planegg im Vergleich zu 2007 leicht angestiegen, die Feuerwehr konnte auf ein „normales“ Jahr mit 201 Einsätzen zurückblicken.

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