Gemeinde wird aktiv

Die Mängelliste von FBU-Gemeinderat Martin Singer, der sich als Beauftragter um die Angelegenheiten der Feuerwehr kümmert, ist lang: Das Gerätehaus an der Bahnhofstraße platzt aus allen Nähten, die An- und Abfahrtswege der Einsatzfahrzeuge sind nicht zulässig, es gibt zu wenige Stellplätze, die Tore sind zu klein. Auf vier Seiten hat Singer zusammengetragen, was seit dem ersten Prüfbericht der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried 2001 alles an Beanstandungen aufgelaufen ist. Den Höhepunkt macht ein Schreiben des Bayerischen Gemeinde-Unfallversicherungsverbands vom August 2007, in dem die Sicherheit und der Gesundheitsschutz der Feuerwehrleute angemahnt wird.

Singer packte seine komplette Dokumentation in einen Antrag, den er dem Gemeinderat nun vorstellte. „2001 hat die Feuerwehr zum ersten Mal Raumbedarf angemeldet, das ist acht Jahre her“, monierte er. Eine Machbarkeitsstudie von Architektin Claudia Schreiber vom vergangenen Jahr (wir berichteten) hat dem Gemeinderat verschiedene Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Auf dieser Grundlage müsse im Sinne der Sicherheit der Feuerwehrleute „unverzüglich und ohne weitere Verzögerungen“ sofort etwas geschehen. „Wenn etwas passiert, ist der Erste Bürgermeister alleine verantwortlich“, legte Singer nach. Unterstützung bekamen Feuerwehrleute und Antragsteller nahezu vom kompletten Rat. Lediglich Wolfgang Schneider hatte seine Zweifel, ob die Vorgehensweise richtig ist: „Soll das wirklich so werden wie ursprünglich geplant?“ Schneider kann sich nämlich auch einen Standort für eine neue Bleibe der Feuerwehr auf frei gewordenen Gewerbeflächen vorstellen. „Ich denke da etwa an Heine Optotechnik“, fasste er seine Gedankenspiele zusammen. Ferner plädierte Schneider für eine Beteiligung der Bürger, ähnlich wie bei der Ausarbeitung des Rahmenplans. Für seine Ideen konnte sich im Rat allerdings kaum jemand erwärmen. Robert Brack (CSU) erteilte der erneuten Debatte eine klare Absage und verlangte vielmehr nach einem möglicht detaillierten Zeitplan von Architektin Schreiber. Eine Trennung von Rathaus-Sanierung und Feuerwehr-Erweiterung regte Anke Strobl (BGH/FW) und Rathaus-Vize Hans-Jürgen Böckelmann (Grüne) plädierte für eine sofortige Abstimmung. Auch Bürgermeister Christian Schiller hielt von Alternativ-Planungen im Gewerbegebiet nichts und befand: „Die schlimmste Entscheidung ist, wenn man keine Entscheidung trifft.“ Was die überwiegende Mehrheit im Gemeinderat ebenfalls so sah und bis auf Werner Odemer und Wolfgang Schneider (beide SPD) für Singers Antrag votierten.

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