Gemeinderat will Gewerbegebiet Steinkirchen zügig erweitern

Gewerbeflächen spülen Geld in die Kassen und jede Kommune kann sich glücklich schätzen, wenn sie in ihrem Sprengel noch geeignete Flächen ausweisen kann. In Planegg-Steinkirchen liegt ein solches Filetstück seit Jahren ungenutzt zwischen der Semmelweisstraße und der Ortgrenze zu Gräfelfing.

Im Oktober 2007 hatte die Gemeinde beschlossen, die Überplanung der Gewerbefläche in einem gemeinsamen Bauplan mit der Entwicklung der Würmaue aufzustellen. Doch es zeigte sich, dass da etwas zusammengelegt wurde, was nicht wirklich zusammen passt. Die gleichzeitige Umsetzung der beiden Planungsziele, auf der einen Seite der Pasinger Straße Gewerbe und auf der anderen Seite Grünzug, bereitete massive Probleme. Während die Gewerbeausweisung relativ unproblematisch ist, weil das Gebiet allein der Gemeinde gehört und die verkehrsrechtliche Erschließung bereits im Rahmen des „Lidl-Bebauungsplans“ bearbeitet wurde und somit abschätzbar ist, entpuppte sich die Umsetzung des Rahmenkonzepts Würmtal für den Bereich entlang der idyllischen Flußaue aufgrund der komplizierten Eigentumsverhältnisse als planerisch wesentlich aufwändiger und zeitintensiver. „Wir brauchen dringend Gewerbefläche und können nicht riskieren, dass die Entwicklung des gewerblichen Bereichs auf unabsehbare Zeit blockiert wird“, brachte Ursula Janson vom Bauamt die Probleme bei der Sitzung des Planegger Bausausschusses auf den Punkt. Sie schlug vor, dass die im Bebauungsplan 68 miteinander verknüpfen Gebiete planerisch wieder getrennt werden. In der Diskussion bezeichnete Anneliese Bradel (Grüne) den Vorschlag als ungeheueren Vertrauensbruch. „Es war damals ausgemacht, dass wir erst das Würmgebiet sichern und uns dann um das Gewerbegebiet Steinkirchen kümmern. Aus gutem Grund. Wir wollten verhindern, dass da Begehrlichkeiten entstehen. Und jetzt bauen wir selbst in den Grünzug, das ist für uns untragbar.“ Doch die Mehrheit der Gemeinderäte war wie Roman Brugger (SPD) der Meinung: „Schön, dass sich endlich was rührt.“ Der Ausschuss stimmte dem Aufstellungsbeschluss mit einer Gegenstimme von Anneliese Bradel zu. Der Bebauungsplan 68 wird aufgehoben. Bebauungsplan Nummer 71 bezeichnet die „Erweiterung Gewerbegebiet Steinkirchen-Semmelweissstraße“ und als Nummer 72 wird „Neuordnung der Würmaue im Bereich Steinkirchen“ geführt. Bürgermeisterin Annemarie Detsch (SPD) versicherte, „dass der Gemeinde auch weiterhin die Gestaltung der Würmaue am Herzen liege“. Aber Gewerbeansiedlung hat in wirtschaftlich schweren Zeiten Priorität. Geld schlägt Grün.

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