Genossen im Landkreis küren Münchner Polizistin Christiane Kern zu ihrer Direktkandidatin

Kraftvoll in den Landtags-Wahlkampf

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Ein Team für Land- und Bezirkstag: Christiane Kern (r.) möchte für den Landkreis Starnberg ins Maximilianeum einziehen, zum Bezirk Oberbayern soll es für Sissi Fuchsenberger gehen.

Wörthsee – Christiane Kern heißt die Direktkandidatin der Starnberger Genossen im Stimmkreis 129. Die 44-jährige Kriminalhauptkommissarin aus Untergiesing wurde am Dienstag einstimmig von den SPD-Delegierten auf das Schild gehoben. Für den Bezirk bewirbt sich wie vor fünf Jahren die Berger Kreis- und Gemeinderätin Sissi Fuchsenberger.

Julia Ney, die SPD-Kreisvorsitzende, beschwor vor den 40 Stimmberichtigen Mitgliedern und einigen Gasthörern einen „kraftvollen Auftakt“ zum Start ins neue Jahr. „Ab heute ist der Wahlkampf 2018 eröffnet“, legte Ney nach. Die Signale kamen bei den Genossen an, am Dienstagabend kürten sie im „Augustiner am Wörthsee“ mit 100 Prozent die Münchner Kriminalerin, Polizeigewerkschafterin und Vorstandsmitglied sozialdemokratischer Frauen in München, Christiane Kern, zu ihrer Spitzenkandidatin. Der SPD-Bundestagskandidat von vergangenem Jahr, Christian Winklmeier, tritt für die Genossen im Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck an. In ihrer gut 40-minütigen Rede, für die sie anschließend von den Delegierten viel Lob bekam, stellte Kern, die seit 2012 „mit Herz und Leidenschaft“ bei der SPD ist, ihre politischen Schwerpunkte vor. Natürlich geht es bei ihr um die innere Sicherheit. Kern, die 1990 eine der ersten Frauen im bayerischen Polizeidienst war, möchte mehr uniformierte Beamte im Straßenbild sehen, möchte wieder „die Strafe auf den Fuße“ und dafür mehr Richter und Staatsanwälte einstellen und baut auf mehr Jugend- und Präventionsarbeit. Sie fordert mehr Geld für den Opferschutz, und will sich im Falle ihrer Wahl für ein Frauenhaus im Landkreis Starnberg einsetzen. „In meiner Zeit als Streifenpolizistin habe ich viele Lebensbereiche kennen gelernt, in die man sonst keinen Einblick hat.“

Christiane Kern, die in Laufen bei Berchtesgaden geboren wurde und die ländlichen Strukturen kennt und mag, kann sich einen Umzug von Untergiesing in den Landkreis Starnberg gut vorstellen – „vorausgesetzt ich finde hier eine bezahlbare Wohnung“. Ein weiteres politisches Ziel auf ihrer Agenda. Zum Thema Bauen, staatliche Wohnbauförderung, mehr Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und einer maßvollen Nachverdichtung möchte sie gemeinsam mit den Genossen im Stimmkreis Anfang Februar in Klausur gehen.

Seit Jürgen Schade habe es keinen SPD-Abgeordneten mehr aus dem Landkreis im Landtag gegeben, betonte der Vize-Kreisvorsitzende Tim Weidner. Mit Christiane Kern hofft man auf ein besseres Zweitstimmenergebnis, denn sie steht als Direktkandidatin in Starnberg zur Wahl und im übrigen Oberbayern als Listenkandidatin der SPD. Weidners Hoffnung sind also Stimmen aus Untergiesing-Harlaching, ihrem Ortsverband.

Auf mehr Stimmen hofft ebenfalls Sissi Fuchsenberger, die vor fünf Jahren den Einzug in den Bezirkstag nur knapp verpasste. Die Diplom-Pädagogin hat ihr Hauptaugenmerk auf die Inklusion von behinderten Menschen gerichtet. „Es geht nicht um ein paar Rampen und Lifte, sondern dass sich ein Schalter in den Köpfen umlegt“, so ihr Appell an die Politik. Im Bezirk möchte sie ab dem 14. Oktober dafür kämpfen.

Von Oliver Puls

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