Genossen auf Nachwuchsfang

Für 35 Jahre Mitgliedschaft überreicht SPD-Vorsitzender Michael Bajorat (r.) an Werner Odmer eine Urkunde. Foto: Kirner

Zur Jahresversammlung traf sich die SPD Herrsching im Gasthof zur Post. Als Referent war Juso-Kreisvorsitzender Christian Winklmeier eingeladen. Er verwies auf die die Schwierigkeiten, Nachwuchs zu aktivieren.

Eine Plakat-Aktion für den Nichtraucherschutz, ein Vortrag über eine verkehrsberuhigende Begegnungszone in Herrsching und das Thema Parteierneuerung hatte sich der SPD Ortsverein Herrsching auf die Fahnen geschrieben. Auf regionaler Ebene sei zwar viel erreicht worden, doch komme die Landes-SPD „nicht so wirklich in die Gänge“, bedauerte der Vorsitzende Michael Bajorat. „Es fehlt das Geld“, fügte er hinzu und begründete die Finanzprobleme unter anderem mit dem Mitgliederschwund und den Wahlniederlagen. Laut Bajorat habe das die Bayern-SPD viel Geld gekostet. Im Vergleich zu 2002 seien außerdem die Einnahmen zurück gegangen. Bei den Juso erfreue man sich zwar steigender Mitgliederzahlen, betonte Christian Winklmeier. Die wenigsten aber beteiligten sich aktiv an der politischen Arbeit. Das führe dazu, dass einige gute Ideen wegen Kapazitätsproblemen nicht umgesetzt werden können, bedauerte Winklmeier. Er möchte den Nachwuchs künftig mit Facebook und einem ansprechenden Internetauftritt gewinnen. Mit Partei übergreifenden Themen, wie der Energiewende und der Bildungspolitik, hofft er außerdem auf mehr Zuspruch. Auch von einer Kooperation mit den anderen Ortsvereinen verspricht sich der Gilchinger Abiturient einen Aufschwung. „Wir wollen nicht jede Veranstaltung alleine auf die Beine stellen. Zusammen erreicht man auch mehr.“ Ein erster Erfolg zeigte sich im September, als in Gilching gemeinsam gegen die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke demonstriert wurde. Der Demo schlossen sich nicht nur die Genossen an. Mitgemacht haben auch Mitglieder der Grünen- und der ÖDP-Ortsvereine, die katholische Landjugend und der Bund Naturschutz. Außerdem konnte man als prominente Mitstreiter die SPD-Landtagsabgeordneten Natascha Kohnen und Florian Ritter sowie Ludwig Hartmann und Anne Franke von den Grünen gewinnen. Allerdings gestalte sich diese Zusammenarbeit mit anderen Parteien laut Winklmeier nicht immer einfach. Bei den Grünen fehle es an einer aktiven Jugendgruppe und bei den Liberalen vermisse er grundsätzlich Gemeinsamkeiten. Dem Referat schloss sich eine lebhafte Diskussion darüber an, warum das Interesse junger Menschen an Politik so gering ist. Als Begründung gab ein Gast an, dass man früher mehr Freiraum für ein Engagement in politischen Gruppierungen und Vereine gehabt habe, da der berufliche Druck nicht so ausgeprägt war, wie heute. In diesen Zeiten waren auch Werner Odmer und Bärbel Rauch zum Ortsverein gestoßen. Mit einer Urkunde und kleinen Geschenken honorierte Bajorat deren 35-jähriges Jubiläum. Außerdem stellte er das neue Mitglied Detlef Swiderski vor. Im kommenden Jahr steht das Projekt „Begegnungszonen“ im Vordergrund, erklärte Bajorat. In einer so genannten Begegnungszone teilen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger den Straßenraum, wobei Autos nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren dürfen. Fußgänger aber genießen uneingeschränkt Vortritt. Unter dem Motto „Herrsching für Kinder zurückgewinnen“ will die SPD Bürger und Elternverbände über dieses Projekt informieren und die Gemeinde dazu bewegen, sich mehr noch mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Vorreiterrolle in der Region zu übernehmen. Vorbilder sind die Schweiz, Belgien und Frankreich, wo bereits seit einigen Jahren solche Zonen eingerichtet sind. Abschied nahmen die Mitglieder während einer Schweigeminute vom langjährigen SPD-Mitglied Wolfgang Rapp. Wie berichtet, war er Ende September überraschend im Alter von 65 Jahren verstorben. Bajorat erinnerte daran, dass Rapp 40 Jahre lang in der SPD aktiv gewesen ist, seine Finger immer wieder auf wunde Stellen gelegt und unter anderem den SPD-Ortsvereins in Wörthsee mit gegründet hat.

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