Gerhard Hertlein, Leiter der Kommunalaufsicht, geht in den Ruhestand

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Starnberg – Eines steht fest: Das Starnberger Rathaus und die politischen Mandatsträger der Kreisstadt wird Gerhard Hertlein, bis Ende des Monats Leiter der Rechtsaufsicht und Kreiswahlleiter, nicht vermissen.

„Die Hälfte meiner Arbeitszeit habe ich mit der Stadt Starnberg verbracht“, schilderte Hertlein am Mittwoch bei seinem Abschiedsgespräch mit Landrat Karl Roth und seinem Nachfolger Holger Albertzarth die vergangenen Jahre. Nach über vier Jahrzehnten mit den unterschiedlichsten Aufgabengebieten und Positionen geht Hertlein am 31. Juli in den Ruhestand. Vor allem nach der Wahl Eva Johns zur Bürgermeisterin häuften sich Dienstaufsichtsbeschwerden, diverse Fraktionswechsel, und jüngst musste Hertlein das Bürgerbegehren gegen den Tunnelbau prüfen – und für unzulässig erklären. Die Stadt hielt ihm in Atem: 2014 musste er aufgrund von Unstimmigkeiten die Wahl des Stadtrats für ungültig erklären. Dann gabs den Fraktionswechsel von Klaus Rieskamp von der WPS zur Bürgerliste und die damit verbundenen Verschiebungen in den Ausschüssen. Nicht selten ist Hertlein abends „geschafft“. Aktuell hat er erneut ein Bürgerbegehren auf dem Tisch – gegen einen möglichen Neubau der Seefelder Klinik im Aubachtal. Angefangen hat Hertlein am 6. Dezember 1976 im Sozialamt, damals war Landrat Rudolf Widmann (FDP) sein Dienstherr. In diese Zeit fällt auch der Meteoriteneinschlag bei Andechs 1995. Hertlein, damals bei der Unteren Naturschutzbehörde, erinnert sich: „Das Telefon ging ununterbrochen, kaum hatte man aufgelegt, hats schon wieder geklingelt.“ Vor dem Landratsamt hatten sich Fernsehsender postiert, um die Nachricht vom Meteorit in die Welt zu schicken. Am Ende war es gar kein Himmelskörper, der im nahen Naturschutzgebiet eingeschlagen war, sondern schlicht eine Sprengung, von der die Polizei nichts wusste. Und so nahm die Geschichte ihre Lauf. Als ein weiteres Heighlight seiner Ägide ist eine Landtagswahl in den 1990er Jahren. Als Wahlleiter musste er die Schnellmeldung der im Landkreis ausgezählten Stimmen nach München melden – und konnte dies erst weit nach Mitternacht erledigen. Grund der Verspätung: In Herrsching ging man nach dem Auszählen ins Bett, Hertlein musste den Geschäftsleitenden Beamten wecken. „Aber wir waren nicht die Letzten, in Niederbayern war man noch langsamer“, erzählte er. Sein Amt als Kreisarchivar, das er maßgeblich mit aufgebaut hat, wird Hertlein noch bis 2019 behalten. Seinen Nachfolger Holger Albertzarth arbeitet Hertlein seit Mai ein. Albertzarth ist 2004 ins Landratsamt gekommen; er muss sogleich seine Bewährungsprobe bestehen: Bis 2021 wird er jedes Jahr eine Wahl organisieren müssen – nach der Bundestagswahl heuer folgen die Landtags-, EU-, Kommunal- und dann wieder die Bundestagswahl. „Keine Wahl geht glatt“, gab Hertlein seinem Nachfolger noch mit auf den Weg, was dieser mit einem „wird schon schief gehen“ quittierte. po

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