Geschenke mit Symbolcharakter

Viel Spaß hatte die evangelische Pfarrerin Dorothea Betzel bei der Übergabe der Geburtstags-Laterne durch Bürgermeister Manfred Walter. Foto: Polster

Ein halbes Jahrhundert alt wurde die Evangelische Kirchengemeinde Gilching-Weßling. Anlässlich des Geburtstages wurde am vergangenen Sonntag nach dem Gottesdienst in St. Johannes ausgiebig gefeiert. Für die Gastgeber gab es außerdem Geschenke mit Symbolcharakter.

Festreden können ermüdend oder aber erheiternd sein. Diejenigen Ansprachen aber, die am Sonntag anlässlich des 50. Geburtstages der Kirchengemeinde St. Johannes gehalten wurden, brachten viel Neues sowie Amüsantes zutage. „Man sieht, sie haben während der Vorbereitung sehr viel Zeit investiert, ob mit Hilfe oder auch ohne, um uns diese Geschichten zu erzählen“, lobte Christa Häser vom Kirchenvorstand Bürgermeister Manfred Walters launigen Beitrag. Er berichtete aus einer Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Evangelischen in Gilching noch Exoten und keineswegs willkommen waren. Als es um 1840 herum um die Beerdigung eines evangelischen Mitbürgers gegangen sei, weigerte sich Pfarrer Burgschwaiger (1837 bis 1850), auf Bitte des Vikars, die Glocken zu läuten, so Walter. Erst durch die Androhung der weltlichen Behörde, 25 Gulden Strafe zahlen zu müssen, ließ er das Glockengeläut zu. Im Sterbebuch aber hatte er vermerkt: „Luthrisch beerdigt mit erzwungenem Grabgeläut’“! Auch Chronist Hans Lampl wusste gar Wunderliches zu erzählen. Dass man früher nach der Stallarbeit zu Fuß bis nach Starnberg gehen musste, um am Sonntag am Gottesdienst teilzunehmen, erinnerte sich der Argelsrieder. Besser sei es dann geworden, als sich nach 1945 ein Herr Schiele aus Gilching, seines Zeichens evangelischer Pfarrer, anbot, sonntags in einem Klassenzimmer in der Argelsrieder Schule den Gottesdienst zu absolvieren. Nach dem Abzug der Amerikaner stellten diese ihre Holzkirche zur Verfügung, die am 6. März 1950 an der Römerstraße im Beisein von 14 Pfarrern eingeweiht wurde. „Froh sind wir Evangelischen damals gewesen, endlich ein eigenes Heim zu haben“, sagte Lampl. Die Grundsteinlegung für das mit Hilfe vieler Gilchinger Bürger initiierte Pfarrzentrum St. Johannes fand am 10. Dezember 1961 statt. Ein Jahr später gab es eine stürmische Einweihung. Der Wintersturm mit Schnee, Regen und Hagel hatte nämlich unter anderem den Festgästen die Hüte vom Kopf gefegt. Als Geburtstagsgeschenke überreichte Eduard Fuchshuber vom katholischen Kirchenvorstand am Sonntag einen Ginkobaum als Symbol für Lebendigkeit. Manfred Walter drückte Pfarrerin Dorothea Betzel eine Laterne mit Kerze in die Hand, mit den Worten, „damit Sie auch weiterhin ein starkes Licht in unserer Gemeinde sind“. Für die Gemeinde Weßling sprach Bürgermeister Michael Muther. Er hob hervor, dass die evangelische Pfarrei nicht nur das kirchliche, sondern auch das kulturelle Leben in den Gemeinden bereichere.

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