Historische Lektüre mit neuen Erkenntnissen 

Geschichte Possenhofens jetzt in Buchform

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Stolz präsentieren Rosemarie-Mann-Stein (von links), Zweiter Bürgermeister Albert Luppart, Dr. Gertrud Rank und Erster Bürgermeister Rainer Schnitzler die in Buchform verfasste Geschichte Possenhofens.

Pöcking/Possenhofen – Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm waren Zeit ihres Lebens mit zwei bestimmten Rollen verknüpft. Schneider als Kaiserin Elisabeth von Österreich und Böhm als Kaiser Franz Joseph. Die filmische Aufarbeitung des Lebens der österreichischen Monarchin sollte etwas Ablenkung in den tristen Alltag der noch jungen Bundesrepublik bringen. Historische Fakten spielten bei der Inszenierung eher eine Nebenrolle. Dies führte dazu, dass Sisis Geburtsort, Possenhofen, als eine kitschige Filmkulisse dargestellt wurde, die mit dem damaligen realen Gegebenheiten wenig zu tun hatte. Ein neues Buch, das laut Aussage der Autorinnen in Hobby-Historiker-Kreisen einiges an Unmut erzeugen wird, beschäftigt sich nun ausführlich mit dem kleinen Ort am Westufer des Starnberger Sees und seiner Geschichte.

„Possenhofen war immer prominenter als Pöcking“

Der Rahmen für die Buchpräsentation sollte eigentlich ein anderer sein, wie Pöckings Erster Bürgermeister Rainer Schnitzler, schmunzelnd anmerkte. Wegen der Corona-Pandemie fand diese allerdings im kleinen Rahmen im Pöckinger Rathaus statt. Unter dem Titel „Possenhofen – Die Geschichte eines Pöckinger Kleinods“ zeichnen die Kunsthistorikerin Dr. Gertrud Rank und die Leiterin des Kaiserin Elisabeth Museums in Possenhofen, Rosemarie Mann-Stein, ein historisch detailliertes Bild des kleinen Pöckinger Ortsteils. „Possenhofen war immer prominenter als Pöcking. Wir Pöckinger sind aber sehr glücklich, dass Possenhofen ein Ortsteil von Pöcking ist“, freute sich Vizebürgermeister Albert Luppart. Umso schöner sei es deshalb, wenn man etwas über Possenhofen und seine Geschichte schreibt, ergänzet Bürgermeister Schnitzler.

Ausstellung als Ideengeber 

Die Idee zum Buch kam im Jahr 2015. Damals fand eine Sonderausstellung zum Thema „Kapellen in Possenhofen“ statt, die bei der Landkreisbevölkerung auf großes Interesse stieß. Der Pöckinger Gemeinderat entschloss sich daraufhin ein Buchprojekt über die Possenhofener Geschichte in Auftrag zu geben. Zunächst war geplant dies im kleinen Umfang darzustellen. „Es sollte eigentlich wie ein kleiner Kirchenführer gestaltet sein, aber aufgrund der Fülle an Recherchematerial wurde ein ganzes Buchprojekt daraus“, sagte Mann-Stein. Herausgekommen ist schlussendlich ein Buch über 90 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

"Wird Unmut in Hobby-Historikerkreisen erzeugen"

Eine Besonderheit des Buches ist die baugeschichtliche Darstellung von Schloss Possenhofen, die auf bisher unveröffentlichten Architekturzeichnungen beruht. Diese wurden von der Gemeinde Pöcking eigens für das Buchprojekt angekauft. In Hobby-Historiker-Kreisen werden die neuen Erkenntnisse zum Schlossbau einigen Unmut erzeugen, sind sich die Autorinnen einig. Das Buch soll nun im Pöckinger Rathaus, im Kaiser Elisabeth Museum sowie in der Pöckinger Gemeindebücherei zum Selbstkostenpreis von 9,90 Euro verkauft werden. „Alles was über zehn Euro kostet nehmen die Leute nicht mit“, so Rosemarie Mann-Stein. Die Autorinnen hoffen überdies, dass auch die Infopoints des Tourismusverbandes im Landkreis sowie Buchhandlungen das Werk in ihr Sortiment aufnehmen.

Von Florian Ladurner

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