Der Geschmack der Gerechtigkeit

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Landkreis – Das Thema Fairtrade steht derzeit bei zahlreichen Kommunen im Landkreis auf der Tagesordung.

So hat sich beispielsweise der Starnberger Haupt- und Finanzausschuss bereits Mitte Mai dafür ausgesprochen, dass die Kreisstadt eine Zertifizierung als so genannte Fair Trade-Town anstrebt (wir berichteten) und war damit einem Antrag der Grünen-Fraktion gefolgt. Landrat Karl Roth lud nun kürzlich zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema in den Feldafinger Bürgersaal ein, der neben den Feldafingern auch die Bürgermeister und Gemeinderäte aus Andechs und Pöcking folgten. Risiken und Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen, sollte einem die Schokolade aus dem Fairen Handel zu gut schmecken. Auch andere Fairtrade-Produkte können süchtig machen, haben längst den Nischenbereich im Handel verlassen und überzeugen mit einer vielfältigen Produkt-Palette. Sogar Gartenhandschueh und Arbeitsbekleidung für Pflegeberufe und Hausmeister gibt es inzwischen im Sortiment. Gastgeber der Infoveranstaltung, Feldafings Rathauschef Bernhard Sontheim, kam bei den Fair-Trade Produkten schon bei der Begrüßung ins Schwärmen, insbesondere die Schokolade habe seiner Ansicht nach Suchtfaktor. In seiner Rede wies auch Landrat Roth darauf hin, dass sich privater Konsum und öffentliche Beschaffung zum Ziel machen sollten, durch gerechte Preise zu bewirken, dass alle Menschen in Würde leben können. „Die Flüchtlingskrise hat uns gelehrt, dass Menschen ihre Heimat verlassen, weil es sich dort nicht mehr anständig leben lässt“, so Roth. Ziel des Informationsabends sei es, Kommunen, Vereine, kirchliche Einrichtungen und auch Unternehmen für den Fairen Handel zu sensibilisieren und sich somit Schritt für Schritt einem konsequenten nachhaltigen Beschaffungswesen anzunähern. Im Laufe des Abends widmete sich die Erdinger Fairtrade-Referentin Carina Bischke daher auch Fragen, wie eine möglichst breite Masse für das Thema Fairtrade begeistert werden kann und wo diese Produkte am besten vermarktet werden können. „Indem man Fairtrade da platziert, wo die Menschen ohnehin hinkommen, beispielsweise am Marktsonntag oder ein besonders attraktives Produkt bei einem lokalen Bäcker oder Metzger anbietet“, so Bischke und nannte auch ein Beispiel: ein Fairtrade-Leberkäse, der von einem lokalen Metzger mit Gewürzen aus fairem Handel hergestellt wird und einmal im Monat bei einem Frühschoppen ausgegeben wird. „Die Fairtrade-Initiative in Gemeinden, Stadt und auf Landkreisebene würde allen Akteuren umso leichter fallen, je mehr Kommunen sich gegenseitig Synergien erschließen, Bündnisse schmieden und von den guten Praxisideen anderer profitieren“, erklärte Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt. Mit gutem Beispiel gehen die Gemeinden Herrsching und Gauting voran, die schon seit geraumer Zeit als Fairtrade-Gemeinden zertifiziert sind. In Feldafing, Krailling und Starnberg sind inzwischen Ratsbeschlüsse gefasst worden, Fairtrade-Kommune werden zu wollen. „Wir sind diesbezüglich also auf einem guten Weg“, so Anderer-Hirt. sb

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