Gespräche mit der Basis

Bürgernähe steht nach den desaströsen Wahlergebnissen im vergangenen Jahr bei der Planegger SPD ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze für 2010. „Wir wollen zuhören, diskutieren, uns auch kristisieren lassen und unsere Themen zu den Menschen bringen“, erklärte der Ortsvereinsvorsitzende Bernd Gropper auf einer Pressekonferenz Anfang Januar. In einem ersten Schritt lädt die Planegger SPD dazu ab Februar einmal im Monat zu einem Bürgestammtisch ein, der abwechselnd in den Restaurants „Weinstadl“ in Martinsried und „Heide Volm“ in Planegg stattfinden wird.

Gropper betonte, dass es am Bürgerstammtisch keine festgelegten Gesprächsthemen geben wird, „jedermann willkommen ist, sagen kann, was ihm unter den Nägeln brennt und wie wir als Partei dazu stehen“. „Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise werden in den Kommunen spürbar“, so die stellvertretende Vorsitzende Birgit Naumann, „das Geld wird knapper, Projekte müssen abgespeckt oder gestrichen werden, darüber wollen wir mit der Bürgerschaft möglichst direkt sprechen “. Auch den Informationsaustausch mit anderen Würmtal Kommunen soll verbessert werden. Die SPD will einen Arbeitskreis bilden, in dem Vertreter der SPD-Gemeinderäte von Pasing bis Gauting inklusive Neuried und Großhadern über grundsätzliche Fragen wie in der Verkehrspolitik, Stichwort Südring oder Staatsstraße 2063, diskutieren. Doch es soll am Bürgerstammtisch nicht nur um kommunalpolitische Fragen gehen, Gropper wünscht sich auch eine offene Diskussion über das Erscheinungsbild der bayerischen und bundespolitischen SPD: „Wir wollen die vielen Stammwähler, die bei den letzten Wahlen erst gar nicht an die Urnen gingen, durch engagierte Basisarbeit zurück gewinnen.“ Die Partei müsse ihre Standpunkte vor allem in Kernbereichen wie Alters- und Kinderarmut, Arbeits- und Gesundsheitpolitik sowie Klimawandel deutlich machen. „Fast zwei Millionen SPD-Stammwähler sind bei der letzten Bundestagswahl nicht an die Urnen gegangen, ihnen müssen wir in den nächsten Jahren zeigen, dass wir uns als Partei neu aufgestellt haben.“ Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel habe erkannt, dass der Vertrauensverlust der Stammwähler nur über geduldige Basisarbeit gelingen kann. „Bürgerkritik und neue Ideen werden vom Bürgerstammtisch in regelmässigen Treffen bis hinauf in die Parteispitze getragen“, verspricht Gropper. Deshalb hofft er auf offene, breit angelegte Diskussionen bis hin zu der Frage, wie sich die SPD künftig in Koalitionsfragen mit der Linken positioniert. Starten wird die Charmeoffensive der Planegger SPD am 29. Januar mit einem Neujahrsempfang im Dietrich-Bonhöffer-Haus in Martinsried, an dem auch Johano Strasser, Mitglied der SPD-Grundwertekommission, teilnehmen wird. Der erste Bürgerstammtisch findet dann am 23. Februar im Weinstadl statt. Veranstaltung zu den Themen Bildung, Gesundheit und Armut sollen im Laufe des Jahres folgen. Und zur Fussball-WM in Südafrika plant die SPD in Martinsried eine so genannte Public Viewing Area, in der die Spielkünste der Deutschen auf einer Riesenleinwand übertragen werden. Hoffentlich nehmen es die Zuschauer dann nicht der SPD übel, wenn die Jungs von Bundestrainer Joachim Löw schlecht spielen.

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