„Unverantwortlich“

Gewerkschaft GEW übt heftige Kritik an der Aussetzung des Drei-Stufen-Plans

Besonders Kinder infizieren sich immer mehr mit dem Coronavirus.
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Viele Schulen, Horte und Kitas haben im Lockdown geöffnet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert dies und fordert eine entsprechende Neujustierung seitens der Politik (Symbolbild).

Region - Wie auch bei den Schulen, wird der über den Sommer entwickelte Drei-Stufen-Plan für Kitas, Krippen, HPTs und Horte aktuell außer Kraft gesetzt. Statt eingeschränktem Betrieb oder Notbetreuung werden Einrichtungen mit nahezu unveränderten Konzepten weiter offengehalten. Das ist aus Sicht der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verantwortungslos. 

Statt Sicherheit für die Kinder, deren Angehörigen und den Beschäftigten, sollen Kinder mit Symptomen wie Schnupfennasen oder leichtem Husten trotz ständig höherer Inzidenzen weiter die Bildungseinrichtungen uneingeschränkt besuchen. Erst bei „reduziertem Allgemeinzustand“ (Rahmenhygieneplan des Sozialministeriums) dürfen Kinder bspw. die Kita nicht besuchen, sondern müssen 24 Stunden symptomfrei sein und ein negatives Testergebnis oder ein ärztliches Attest vorlegen. Die Beschäftigten hingegen sollen schon bei leichten Symptomen zu Hause bleiben und sich testen lassen. Welches Personal das Regelangebot bei den zu erwartenden steigenden Ausfällen dann leistet, wird nicht beantwortet, aber um die Öffnungszeiten zu gewährleisten dürfen die Kollegen durchaus gruppenübergreifend tätig werden.

Dadurch werden Träger, Eltern und Kollegen allein gelassen, damit die Wirtschaft läuft. Und das um jeden Preis, auch der Gesundheit. Mehr und mehr Kollegen der Risikogruppen werden wieder am Kind eingesetzt. Von angepassten Gefährdungsbeurteilungen ist aus den Betrieben wenig zu hören, obwohl dies vorgeschrieben ist. Das ist unerhört! Das Ausmaß der psychischen Belastungen der Kolleg*innen in den Einrichtungen nimmt nie dagewesene Ausmaße an“, fasst Gerd Schnellinger, Sprecher der Landesfachgruppe Sozialpädagogische Berufe der GEW die neuen Pläne zusammen.

Die Gewerkschafter fordern:
Dafür sorgen, dass Testergebnisse der Beschäftigten der Einrichtungen vorrangig bearbeitet werden, damit nicht so lange Wartezeiten entstehen. Verpflichtung der Träger zur Umsetzung fester Gruppen, verbunden mit finanzwirksamen Konsequenzen bei Nichteinhaltung und regelmäßiger Überprüfung durch die Jugendämter vor Ort. Entschädigung für die Eltern bei Verdienstausfall nach dem Infektionsschutzgesetz wegen Quarantäne ihrer Kinder, damit der Druck auf die Eltern und vor allem die Alleinerziehenden genommen wird. Mehr Förderung von Elterngruppen, die ihre Kinder selbst betreuen durch Übernahme von Verdienstausfällen, Sonderkündigungsschutz. Umsetzung der RKI Empfehlungen: Reduktion der Gruppengrößen und feste Gruppen statt Regelbetrieb.

Kreisbote

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