Neuausrichtung gefordert

Gewerkschaftsumfrage sieht Mängel im Digitalunterricht

Ein leeres Klassenzimmer einer Schule, aufgenommen am 10.03.2015 in Leipzig (Sachsen). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Donnerstag Lehrer in mehreren sächsischen Städten zu Warnstreiks aufgerufen.
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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist alles andere als zufrieden mit der digitalen Ausstattung an bayerischen Schulen (Symbolbild).

Region - Wie sieht in Zeiten des zweiten Corona-Lockdowns die Arbeit an den Schulen aus? Dieser Frage ist kürzlich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf den Grund gegangen. Der bayerische Landesverband hat hierzu eine Blitzumfrage an den heimischen Schulen durchgeführt. Resultat der Erhebung: die Schulen sind für digitalen Unterricht schlecht vorbereitet.

An der Erhebung nahmen insgesamt 2.185 Lehrerinnen und Lehrer teil. Rund 80 Prozent der Teilnehmer waren weiblich, im Durchschnitt waren die Befragten zwischen 30 und 39 Jahre alt . Die größten Rückmeldungen kamen von Lehrerinnen und Lehrern, die an Grundschulen und Gymnasien im Freistaat unterrichten. Hoch war der Rücklauf auch im Bereich Mittel-, Real- und Förderschulen.

Insgesamt konnten die Gewerkschafter aus der Umfrage folgende Schlüsse ziehen:

„Das Infektionsgeschehen selbst, wie auch die Anzahl der Lehrkräfte in Quarantäne sind sehr unterschiedlich. Etwa 50 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass weniger als zwei Lehrkräfte ihrer Schule in Quarantäne waren oder sind. Allerdings ist die Spannbreite sehr groß. Eine Klassenteilung aufgrund des Infektionsgeschehens gab es bisher quasi nicht. An über der Hälfte der Schulen ist kein Lehrer aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe im Homeoffice. Digitaler Unterricht findet kaum statt. Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler verfügen zu einem sehr hohen Prozentsatz nicht über digitale Endgeräte, die sie von der Schule gestellt bekommen. Eine online-Beschulung findet quasi nicht (mehr) statt. Die technische Infrastruktur an den Schulen ist sehr unterschiedlich“.

Angesichts der Resultate fordert nun die Gewerkschaft ein ausgereiftes Konzept für den Schulunterricht in Pandemiezeiten. „Es zeigt sich, dass wir dringend ein Gesamtkonzept für Unterricht unter Pandemiebedingungen benötigen. Der Schlingerkurs des Kultusministeriums muss aufhören! Wir alle wollen Schule! Wir alle wollen aber auch gesund bleiben. Darum muss es gehen und das muss nun zügig umgesetzt werden. Wie wir uns das vorstellen, haben wir wiederholt in unseren Pressemitteilungen bekannt gemacht.“, so Anna Forstner, Vorstandmitglied der GEW.

Kreisbote

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