3.600 Euro Geldstrafe

Gilching: Angestellter entwendet bei seiner Firma Bootsmotoren-Teile 

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Gilching – Wegen „Diebstahls in einem besonders schweren Fall“ musste sich ein 22-jähriger Kfz-Mechatroniker in Starnberg vor Gericht verantworten. Dem teils einschlägig strafrechtlich vorbelasteten Mann warf die Anklage vor, im Zeitraum bis Juli 2016 bei seinem damaligen Arbeitgeber, einem Bootsmotoren-Hersteller in Gilching, Motorenteile und Werkzeug aus dem Firmen-Lager abgezweigt zu haben, um all dies zu verkaufen.

Uunächst bezifferter Gesamtschaden: rund 2.500 Euro. Im Zuge der Gerichtsverhandlung stellte sich nun jedoch heraus, dass es sich eher nicht um gewerbsmäßiges Vorgehen handelte, sondern um einen „Freundschaftsdienst für einen Kollegen in Form eines ein-fachen Diebstahls“, so die Einschätzung der Staatsanwältin nach erfolgter Beweisaufnahme. Der Beschuldigte selbst räumte von Anfang an ein, dass er einen sogenannten „Pylonen“ sowie ein für dieses Bootsmotoren-Element benötigtes „Schaftprofil“ aus dem Lager hatte mitgehen lassen, um die Teile beim Schlauchboot eines (inzwischen entlassenen) Arbeitskollegen einzubauen - Gesamtwert zirka 800 Euro: „Der hat mich quasi dazu angestiftet“, relativierte der Maisacher. Als er die Teile im Juli vergangenen Jahres in einer Mülltüte vom Gelände hatte schaffen wollen, erwischte ihn der bereits misstrauisch Produktionsleiter auf frischer Tat – aus dem Verbau von Pylon und Schaftprofil „außerhalb der Arbeitszeit und außerhalb des Firmengeländes“ wurde nichts, der 22-Jährige verlor seinen Job in Produktion und Service des Bootsbauer-Betriebes. „Es hatte schon länger auffällige Bestandsdifferenzen gegeben“, berichtete der Produktionsleiter im Zeugenstand – auch der Verdacht der Geschäftsführung hatte sich bald gegen den Maisacher gerichtet, weil in dessen Verantwortungs- und Zugangsbereich regelmäßig vor allem Werkzeug abhanden gekommen war. Der Angeklagte, bei dem eine polizeiliche Hausdurchsuchung kein weiteres Diebesgut zu Tage gefördert hatte, bestritt den ihm zur Last gelegten Diebstahl anderer Teile, wie den von drei Platinen, eines Motorenpropellers, einer Finne, einer Getriebekappe, einer Motorkappe: „Die Firma hat selber geschlampt,“ so der Beschuldigte, „zum Beispiel wurde regelmäßig vergessen, im Lager die Akku-Schrauber ein- und auszubuchen.“ Der Produktionsleiter merkte dagegen an, dass „Werkzeug“ bei dem Gilchinger Betrieb gar nicht erfasst werde. Verurteilt wurde der Mechatroniker von Amtsrichterin Christine Conrad schließlich wegen einfachen Diebstahls – 90 Tagessätze zu je 40 Euro. Die Staatsanwältin hatte von „Vertrauensbruch gegenüber dem Arbeitgeber“ gesprochen und 120 Tagessätze gefordert, die Verteidigung 60 bis 70 als „tat- und schuldangemessen“ erachtet. mps

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