Spatenstich

"Ein Fundament für weitere 40 Jahre"

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Gilching – Der ASTO-Park am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen hat, wie angekündigt, seine Fühler in Richtung Gewerbepark Gilching Süd ausgestreckt und bereits Fuß gefasst.

Am vergangenen Freitag feierten dort rund 300 geladene Gäste den Spatenstich für die pro-beam-Gruppe, Marktführer im Bereich der Elektronenstrahltechnik. ASTO-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich kündigte weitere Ansiedelungen an. Wenn Schulte-Middelich zu einer Feier im Freien einlädt, dann spielt meist das Wetter mit. So auch am Freitag, als sich der weißblaue Himmel optimal dem weißblauen pro-beam-Logo, dem ebenso weißblauen Zelt und den weiß-blau gedeckten Tischen anpasste. Doch damit nicht genug, kreisten während der Festreden drei selten gewordene Rot-Milane über dem Szenario. Der Spatenstich war symbolisch, denn der Bauantrag für die neue Zentrale der pro-beam-Gruppe wurde erst am Montag gestellt. Anlass, den Spatenstich vorzuziehen, war das 40-Jährige Jubiläum. Dazu waren nicht nur Gäste aus der Wirtschaft und Politik, sondern auch rund 200 Mitarbeiter von pro-beam – darunter zehn führende Vertreter aus China - eingeladen. Vorstandsvorsitzender Nicolas Freiherr von Wolff bezeichnete den Spatenstich als „einen wichtigen Moment für unsere Firma. Das Fundament für weitere 40 Jahre pro-beam ist damit gelegt“, sagte er. Auf die Frage, wieso sich das Unternehmen, das bisher in Planegg seinen Hauptsitz hatte, für Gilching entschieden habe, sagte von Wolff: „Bei einer Umfrage unter den Mitarbeiter war Gilching der Favorit.“ Bis Ende 2016 soll das rund 5.000 Quadratmeter große Büro- und Produktions-Gebäude fertig und bezogen sein. Gestartet wird mit 100 Mitarbeitern in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produktion. ASTO-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich hatte als Motto für den Spatenstich unter anderem „ASTO goes to Gilching Süd“ vorgeschlagen. Die Ansiedlung von pro-beam sei der Startschuss für eine weitere bauliche Entwicklung gewesen, erklärte der Visionär. In den nächsten Bauabschnitten sollen auf angrenzenden 50.000 Quadratmetern unter Federführung der ASTO Besitz GmbH weitere interessante Technologiefirmen und Dienstleister angesiedelt werden. Geht es nach Schulte-Middelich soll damit auch eine Brücke zum künftigen Gewerbegebiet Gauting geschlagen werden. „Das ist ein anschauliches Beispiel, wie erfolgreiche Gewerbegebietsentwicklung kommunale Grenzen überschreiten und in realistischen Schritten gelingen kann“, sagte der Projektentwickler. Ein Wink in Richtung Bürgermeister Manfred Walter. Wie berichtet, ist die Gemeinde Gilching von den Gautinger Plänen keineswegs angetan. Schulte-Middelich riet jedoch, anstelle Ängsten Raum zu geben, eine Chance für eine interkommunale Zusammenarbeit zu sehen. „Irgendwann wird die Meile um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen herum das bayerische Technologie-Valley“, schwärmte Schulte-Middelich. Er nutzte zudem die Chance, den Gilchinger Rathauschef in Punkto geplante Verbindungsstraße zwischen dem ASTO-Park an der Friedrichshafer Straße und der Staatsstraße 2069 zu fragen. „ASTO weitet sich in alle Richtungen aus und erwartet von uns, dass wir die passende Straße bauen“, frotzelte der Gilchinger Rathauschef. Der Verbindungsstraße jedoch stehe nichts im Wege. „Wir mussten abwarten, bis der Planfeststellungsbeschluss für den sechsspuren Ausbau der Autobahn München Lindau vorlag. Jetzt können wir aktiv die Planung vorantreiben. Es gibt aber noch viel zu tun. Außerdem ist der Bau einer Brücke vorgesehen, einer Brücke, die vielleicht Symbolcharakter haben wird.“ Grundsätzlich begrüßte Walter, dass sich pro-beam für den Standort Gilching entschieden hat. Noch bestehe eine Baulücke zwischen dem neuen „working & living house“ des Logistikunternehmens Reichart, das am 4. Dezember eingeweiht wird, und pro-beam. „Wenn es im positiven Sinne so weiter geht, wird die Lücke auch irgendwann geschlossen werden.“ Stellvertretender Landrat Georg Scheitz beglückwünschte die Gemeinde Gilching zu einer Entwicklung, die auch den Landkreis Starnberg als Wirtschaftsstandort aufwertet. „Blickt man zehn Jahre zurück, da herrschte wegen der Fairchild-Pleite eine ganz andere Stimmung und es sah ziemlich düster aus“, sagte Scheitz. Die Kosten für das zwei- bis dreistöckige Gebäude an der Ecke Zeppelin-/Dornierstraße gab Nicolas Freiherr von Wolff mit rund elf Millionen Euro an. Errichtet und finanziert wird es durch die Dobeneck-Technologie-Stiftung. Polly Polster

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