Gilchinger Bücherei

Die Nutzer stehen Schlange

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Gilching – Oft tot gesagt, doch auch in Zeiten von Fernsehen, Internet und Computerspiele hat das Buch nicht ausgedient. Ganz im Gegenteil.

In der Gemeindebücherei in Gilching war der Zulauf nie größer. Heuer feiert die Bücherei 50. Geburtstag. „Wenn wir nur zu zweit sind, dann kommen wir schon ins Schwitzen“, sagt Angelika Rodenwald. Insbesondere wenn gerade Ferien sind, stehen die Nutzer Schlange, um sich Lektüre gegen die Langeweile auszuleihen. So, wie Eden Reimann und ihre drei Kinder Benjamin, Samira und Jasmina. „Wenn Ferien sind, dann brauchen wir sehr viel zum Lesen“, erklärt die zehnjährige Jasmina. „Bei uns sind die Kinder die besten Kunden“, freut sich Marianne Maenner. „Deshalb ist auch unser Bücherbestand sehr kinderbuchlastig.“ Die Tochter des verstorbenen Ortschronisten Rudi Schicht ist seit 32 Jahren mit dabei. Das letzte Jahr übrigens, dann geht die 63-Jährige in Rente. „Ich bereite zwar mit meinen Kolleginnen noch den Umzug ins neue Rathaus mit vor. Dort ist die Bücherei dann auf zwei Etagen untergebracht. Aber mit umziehen werde ich nicht mehr“, sagt sie. Gegründet wurde die Gemeindebücherei anno 1965 unter Bürgermeister Johann Krammer und in Kellerräumen der ehemaligen Hauptschule. Damals hieß es noch Volksbücherei. Leiter war seinerzeit Oberlehrer Max Schinner, der die Bücherei in Kooperation mit Ehrenamtlichen über viele Jahre führte. „Ein besonders günstiges Licht auf das Bildungsbedürfnis wirft die Tatsache, dass mehr Sachbücher aus allen möglichen Fachrichtungen als Unterhaltungsliteratur und Romane verlangt werden“, sagte Schinner fünf Jahre nach Gründung der Bücherei. Seither hat sich das Schatzhaus für Bücher, 1970 in die großzügigen Räume unter der Mehrzweckhalle umgezogen, zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Doch nicht nur heimische Familien und Kinder nutzen das reichhaltige Angebot. „Wir zählen mittlerweile auch viele der Asylbewerber zu unseren regelmäßigen Lesern, die bei ihrer Bücherauswahl vom Helferkreis Asyl beraten werden“, ergänzt Rodenwald. Sie ist bereits 25 Jahre mit dabei und hat, wie auch Maenner, viele der einstigen kleinen Leseratten auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Um den Bestand von 20.400 Büchern, CDs, Videos, DVDs und Hörbücher kümmern sich insgesamt vier Mitarbeiterinnen. „Im Vorjahr hatten wir insgesamt 65.000 Ausleihen“, betont Maenner. Neu hinzugekommen ist der Online-Dienst „emedienbayern“. „Damit haben wir zwar nicht direkt etwas zu tun, weil es sich ja um Ebooks handelt. Die Rückmeldungen aber sind sehr positiv.“ Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft in der Gemeindebücherei beträgt 18 Euro für Familien beziehungsweise für Erwachsene. Kinder und Jugendliche sind mit neun Euro dabei. Die Öffnungszeiten sind jeweils dienstags von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 8 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr und am Freitag von 15 bis 18 Uhr. pop

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