Flüchtlinge in Gilching

Stimmung bleibt positiv

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Gilching – Rund 500 Asylbewerber werden in den nächsten zwei Monaten nach Gilching kommen. Auf einer Infoveranstaltung am Dienstag boten viele Bürger ihre Hilfe an, es gab aber auch vereinzelt Anfragen nach Sicherheit und Verhaltensregeln.

Die Aula der Arnoldus-Grundschule in Gilching war komplett besetzt. Selbst wer im Stehen die Veranstaltung verfolgen wollte, hatte seine liebe Not und musste sich noch irgendwo hinein quetschen. Bürgermeister Manfred Walter ging von rund 500 Besuchern aus, die sich über die neueste Entwicklung zum Thema Asyl informieren wollten.

Auch wenn es künftig weitere Einschränkungen für die heimische Bevölkerung geben wird, unter anderem durch die Belegung der Rathaus-Turnhalle (wir berichteten), die Stimmung war durchwegs positiv. Inwieweit Wert auf Integration und auf die Einhaltung deutscher Gepflogenheiten Wert gelegt wird, wollte ein Gast wissen. „Kommen sie zu uns und helfen sie uns, die Menschen an die Hand zu nehmen und ihnen das Leben hier zu erklären“, appellierte Eva Ott vom Helferkreis Asyl an die Versammlung. „Es gibt sogar Eigenschaften, die wir uns zu Eigen machen können. Durch die Arbeit mit den Menschen aus unterschiedlichen Kulturen erweitert sich auch unser Horizont.“

Mit den Kindern von Asylbewerber täglich im Schulunterricht der Mittelschule konfrontiert, sagte Schulleiterin Gisela Barta: „Wir machen klare Ansagen, wie man sich hier benimmt und machen damit auch gute Erfahrungen.“ Stefan Depra und Sabine Neumann vom Team Asyl im Landratsamt Starnberg informierten außerdem über das künftige Prozedere der Erstaufnahme der etwa 300 prognostizierten Flüchtlinge.

Wie berichtet wird die Rathaus-Turnhalle in Gilching für rund vier Monate als Erstaufnahmelager für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. In gut zwei Wochen werden rund 300 Menschen einziehen. Für Transparenz sorgte eine Info-Veranstaltung, zu der Bürgermeister Manfred Walter eingeladen hatte.

„Ich bin so richtig stolz auf meine Gilchinger“, zog Bürgermeister Manfred Walter Resümee. Auch wenn vereinzelt nachgefragt wurde, ob sich die insgesamt zu erwartenden 500 Asylbewerber – 300 Erstaufnahmen plus 200 ab Mitte Dezember in der Traglufthalle am Festplatz – frei bewegen können beziehungsweise wie es um die Sicherheit in Gilching bestellt sei. Grund zur Sorge gibt es nicht, sagte unter anderem Germerings Polizeichef Jürgen Dreiocker. „Wenn in Gilching alles in geordneten Bahnen verläuft, können sich alle Asylbewerber frei bewegen. Aus Sicht der Polizei gab es in anderen Gemeinden bisher keine größeren Probleme.“ Weit mehr Fragen stellten die Bürger allerdings dazu, wo Hilfe notwendig wird. Bernhard Feilzer vom Seniorenbeirat sorgte sich vor allen Dingen um die Grundausstattung wie Hygieneartikel und Winterkleidung für die Neuankömmlinge. Anfangs sei Zurückhaltung notwendig, erklärte Sabine Neumann vom Team Asyl im Landratsamt Starnberg. „Wichtig ist, sich nicht gleich auf die Flüchtlinge zu stürzen. Wir müssen sie erst einmal ankommen lassen.“ Im Übrigen betonte sie, dass die Menschen, die zur Erstaufnahme nach Gilching kommen, einen langen Fluchtweg hinter sich haben und lediglich sechs Wochen bleiben, um dann auf andere Einrichtungen verteilt zu werden. Deshalb sei auch keine Kinderbetreuung notwendig. „Die Menschen haben sehr viel mit gemacht und wollen ihre Kinder zumindest für die erste Zeit bei sich behalten.“ Die Turnhalle an der Rathausstraße in Gilching wird ab 4. November umgerüstet. Ab 13. November rechnen die Verantwortlichen mit der Ankunft der Flüchtlinge im Drei-Tage-Rhythmus. Um das sogenannte White Paper zu erhalten, sind außerdem diverse ärztliche Untersuchungen notwendig, erklärte Neumann.

Für einen geregelten Ablauf sorgen die erfahrenen Mitarbeiter von „Jones-Better-Place“. Stefan Depra, Jurist im Starnberger Landratsamt, versicherte dem TSV Gilching gegenüber, dass sämtlich entstehende Kosten durch die Belegung der Turnhalle mit Flüchtlingen durch die Regierung von Oberbayern ersetzt werden. TSV-Schatzmeister Franz Janker hatte vorgerechnet, dass der Verein 107 voll beschäftigte Trainer hat, die trotz fehlender Trainingsmöglichkeiten weiter beschäftigt werden müssen. Außerdem berichtete er von zahlreichen Kündigungen der Mitgliedschaft. pop

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