Bürger-Dialog

Konzept Gilchinger Glatze

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Gilching – Im Dezember 2005 lauteten die Prognosen für Gilching: Die Gemeinde wird in den nächsten zehn Jahre von jetzt 17.000 auf rund 21.000 Einwohner wachsen. Ein Großteil des Zuzugs wird auf der Gilchinger Glatze Wohnraum finden. Die zehn Jahre sind um.

Die Einwohnerzahl hat sich momentan bei rund 18.000 eingependelt. Was dran liegen mag, dass sich auf der so genannten Glatze in puncto zusätzlicher Wohnraum noch nichts getan hat. Wie berichtet, fand 2005 ein städtebaulicher Wettbewerb zur Bebauung der 12,7 Hektar großen Acker-Fläche statt. Den ersten Platz, prämiert mit 24.750 Euro, belegte Marcus Rommel aus Stuttgart. Er war auch Referent bei der Auftaktveranstaltung zum Bürger-Dialog am Dienstag in der Aula der Arnoldus-Grundschule in Gilching. Bevor es jedoch an das eigentliche Thema ging, hielten Ingegerd Schäuble vom Schäuble-Institut für Sozialforschung und ihr Team einen langwierigen Rückblick zur Entwicklung des Ortszentrums. Wie berichtet, fand auch zu diesem Thema ein Bürger-Dialog statt, der jedoch abgeschlossen ist. Erst dann ging das Wort an Marcus Rommel, der etwas zu ausführlich in die Detailplanung der künftigen Bebauung eingestiegen ist. Und anders als bisher, war am Dienstag nicht von 1.500 Menschen die Rede, die künftig auf der Glatze Wohnraum finden werden, sondern von 2.000 bis 2.500 Zuzüglern. Bürger, die allesamt auch für zusätzlichen Verkehr sorgen werden, monierte ein Gast. „Der Starnberger Weg ist jetzt schon überlastet. Weiteren Verkehr packt er nicht mehr.“ Er regte an, angesichts der genehmigten Westumgehung den restlichen Verkehr vom Starnberger Weg auf die Landsberger Straße zu verlagern und den Starnberg Weg ins Konzept Glatze mit zu integrieren. Kritisiert wurde zudem, dass die Sonnenstraße über die Glatze bis hin zum Bahnhof Gilching-Argelsried verlängert werden soll. „Das ist doch nur ein Zugeständnis an die künftigen Anwohner, die mit dem Auto zum nahe gelegenen Bahnhof fahren wollen“, stellte eine Dame fest. „Diese Straße stört das Konzept massiv.“

Tatsächlich erhofft sich Landschaftsplaner Stefan Jacobs die Umsetzung eines „Gilchinger Gartens“ mit Wasserband, einem Auffangbecken für das Regenwasser und Freiflächen, die in Zusammenarbeit mit den Bürger gestaltet werden sollen. Rommel wiederum hielt an der rund 20 Meter breiten Landschaftssenke fest, die unter die S-Bahn-Gleise durch die Glatze mit der Landsberger Straße verbinden soll. Anders als noch vor zehn Jahren, als die Bebauung erstmals zur Sprache kam und der Ruf nach reduzierter Baumasse und viel Grün laut wurde, fordern die Bürger jetzt eine massivere bauliche Verdichtung. Wie berichtet, soll auf dem Areal nur 50 Prozent bebaut, der Rest als Freiflächen erhalten bleiben. „Es muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit sich auch eine Kindergärtnerin den Kauf einer Immobilie leisten kann“, sagte ein Familienvater. „Sozialen Wohnraum wird es nur in kleinem überschaubaren Rahmen geben“, räumte Bürgermeister Manfred Walter ein. Der Rest, der für den Wohnungs-Bau vorgesehenen Fläche, werde durch die Grundstücksbesitzer vermarktet, die derzeit mit einem Quadratmeterpreis von mindestens 1.000 Euro rechnen können. Alternativ jedoch könnten sich mehrere Menschen zusammentun und ohne Einschaltung eines Bauträgers ein so genanntes Bauherren-Modell kostengünstig auf den Weg bringen, regte Bauamtsleiter Max Huber an. In Arbeitskreisen sollen nun verkehrliche wie auch bauliche Themen entwickelt werden. Der Bürger-Dialog wird laut Schäuble vorerst bis Ende 2016 dauern. pop

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