Gilchinger Grüne

Kiemle soll neue Ära einläuten

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Gilching – Was ist mit den Grünen in Gilching los? Vor fünf Jahren überzeugten sie bei den Kommunalwahlen und schafften es, vier Mandate für sich zu verbuchen. Seither herrscht Stillstand im Ortsverband.

Nur auf Druck durch Kilian Häuser fand nun eine Mitgliederversammlung mit Neuwahlen statt. Ein Jahr vor den Kommunalwahlen im März 2014 scheint der Ortsverband der Grünen in Gilching auf einem Tiefpunkt angelangt. Gerade einmal elf Mitglieder zählt der Ortsverband, wobei Vorsitzender Kevin Akpomuje und dessen Eltern bereits ein Drittel der Mitglieder ausmacht. Ein Zustand, der geändert werden muss, mahnte Kilian Häuser, seit 2009 Mitglied bei den Grünen. Er beanstandete seit langem die fehlende Basisarbeit, geschweige denn, dass zu Ortsverbands- und zu Mitgliederversammlungen eingeladen wurde. Häuser stellte deshalb Antrag, zur längst fälligen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen einzuladen. Unterstützung bekam Kilian Häuser auf der Versammlung, zu der im Schützenhaus acht Mitglieder erschienen waren, durch Peter Steinhöfl, Mitglied und Finanzchef im Starnberger Grünen-Kreisverband. Dort laufen auch die Konten der Ortsverbände zusammen. Kritik übte Steinhöfl unter anderem daran, dass seit Jahren in Gilching keine Ortsverbands- und keine Mitgliederversammlungen und auch keine Neuwahlen mehr stattgefunden haben. „Das geht überhaupt nicht“, mahnte Steinhöfl. Die Begründung durch Peter Unger, dass man ja zu Vorbesprechungen der Gemeinderatsfraktion eingeladen habe, ließ er nicht gelten. „Es muss strikt zwischen der Gemeinderatsarbeit und der Basisarbeit getrennt werden.“ Steinhöfl empfahl, künftig auf eine Personalunion Gemeinderatsmandat und Vorsitzende des Ortsverbandes zu verzichten. Seit Jahren führten die Gemeinderäte Peter Unger und Kevin Akpomuje die Geschäfte des Ortsverbandes. Kein Verständnis zeigte Kilian Häuser für den Rechenschaftsbericht, den Vorsitzender Akpomuje begann, vorzulesen. Nach der Aufzählung etlicher Anträge, die er und Unger im Gemeinderat gestellt hatten und den jeweiligen Diskussionen im Ratsgremium machte Kilian darauf aufmerksam, dass dies nichts mit der Arbeit im Ortsverband zu tun habe. Steinhöfl unterstrich, dass ein Bericht aus dem Gemeinderat lediglich ein Tagesordnungspunkt bei einer Mitgliederversammlung, nicht aber mehr sein kann. Die Versammlung beschloss deshalb mangels Ortsverbandsarbeit, auf die Vorlesung zu verzichten und gleich zur Wahl zu schreiten. Das Rennen um den Vorsitz zwischen Margot Akpomuje und Anja Kiemle machte Kiemle mit 5:3 Stimmen. Auf die Frage nach einem grünen Bürgermeisterkandidaten für 2014 erklärte die engagierte Gilchingerin, dass es dafür keine Notwendigkeit gebe. „Also ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit des jetzigen Bürgermeisters, der bisher schon viel geleistet hat.“ Als gleichberechtigter zweiter Vorsitzender wurde trotz Ermahnung Steinhöfls, auf die Verquickung zu verzichten, erneut Kevin Akpomuje gewählt. Kilian, der sich ebenfalls um das Amt beworben hatte, erhielt drei von acht Stimmen. „Das ist Demokratie“, kommentierte er die Niederlage. „Ich denke aber, dass mit der Wahl von Anja Kiemle als neue gleichberechtigte Vorsitzende auch eine neue Ära eingeläutet wird. Sie bringt mit Sicherheit viel Elan und frische Ideen ein.“ pop

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