Bürgerversammlung

Baurecht für Asylunterkünfte gelockert

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Gilching – Einen weiten Bogen von bereits eröffneten Betreuungseinrichtungen bis hin zu Zukunftsprojekten wie Umgehungsstraße und die Bebauung der sogenannten Gilchinger Glatze spannte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter am Mittwoch auf der diesjährigen Bürgerversammlung im Oberen Wirt.

Die Bürger wiederum forderten angesichts der zunehmenden Kriminalität eine eigene Polizeistation für Gilching. Es dauert viel zu lange, bis die Polizei aus Germering kommt, beklagte ein Gast. „Als beim Rackl Am Römerstein eingebrochen wurde, standen die drei Täter noch vor der Türe. Bis die Polizei kam, waren sie weg.“ Der Ruf nach einer eigenen Polizeistation für Gilching ist nicht neu. Wenig Hoffnung machte da Germerings Polizeichef Jürgen Dreiocker: „Der Trend geht eher zu größeren Inspektionen, die ein noch größeres Gebiet und mehr Gemeinden betreuen.“ Ansonsten drehten sich die Fragen der Bürger schwerpunktmäßig um verkehrliche Belange. Ein Dorn im Auge sind Alfred Adam unter anderem „rücksichtslose Radfahrer“. „Sie fahren wia a gsengte Sau an dir vorbei. Die meisten ham a koa Licht, so dass das net kumma siegst.“ Adam war nicht der einzige, der sich über zweirädrige Verkehrsrowdys beklagte. Doch dem beizukommen, dürfte schwierig sein, bedauerte Walter. „Da ist auch die Polizei machtlos.“ In seinem Rechenschaftsbericht ging der Rathauschef unter anderem auf die Flüchtlingsproblematik ein. Vorwiegend geht es um die 78 Flüchtlinge, die bereits dezentral untergebracht sind und die 200 neuen Asylbewerber, die ab Ende Dezember für voraussichtlich zwei Jahre in einer Traglufthalle am Festplatz untergebracht werden. „Wenn diese Menschen anerkannt sind, müssen sie diese Einrichtungen verlassen. Die Gemeinde aber ist dann verpflichtet, Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, erklärte Walter. Deshalb habe es bereits intensive Gespräche mit dem Verband Wohnen gegeben. „Wir sind auf der Suche nach geeigneten Grundstücken, um darauf Mehrfamilienhäuser zu bauen. Nicht nur für Flüchtlinge, sondern grundsätzlich für sozial schlechter gestellte Menschen, die sich keine teure Wohnung leisten können.“ Landrat Karl Roth eröffnete außerdem, dass mittlerweile auch der Außenbereich kein Tabuthema mehr ist. „Wir wollen dort beheizbare Maschinenhallen bauen, um all die Asylbewerber unterzubringen, die noch kommen werden. Voraussichtlich wird dies für einen Zeitraum von fünf Jahren sein. Anschließend können diese Hallen für die Landwirtschaft genutzt werden.“ Roth betonte außerdem, dass vorübergehend sogar das Baurecht gelockert wurde, so dass der bisher streng geregelte Außenbereich für entsprechende Bauprojekte in Frage kommt. pop

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