Werson-Haus

Ehrenplatz für die Kiltis

+

Gilching – Der Startschuss für ein Museum im Werson-Haus in Gilching ist gefallen. Der Beschluss in der Ausschusssitzung für Bildung und Kultur war einstimmig.

Betreiber ist die Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte. Dann werden auch die drei Skelettfunde, die so genannten Kiltis, einen Ehrenplatz bekommen. Seit 2003 gibt es den Verein Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte Gilching. Entstanden sind seither unter anderem je eine rote, blaue und gelbe Route als Radwanderwege „Via Zeitreise“. Dazu kommen regelmäßige Vorträge, Exkursionen und Führungen, gemeinsame Feldbegehungen und Teilnahme an diversen Festen und Aktivitäten, die den Verein überregional bekannt gemacht haben. Als Anerkennung für ihr Engagement erhielten die Organisatoren im Jahr 2012 den Kulturanerkennungspreis des Landkreises Starnberg. Im Fokus jedoch stand stets ein eigenes Museum. Zumal vor drei Jahren an der Römerstraße auf einem Baugrundstück drei gut erhaltene Skelette und diverse Beigaben gefunden wurden. Diese Raritäten und frühere Funde sollen nun ab Mitte 2016 im so genannten Werson-Haus an der Bruckerstraße als Dauerausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bis dahin wird das neue Rathaus an der Pollingerstraße fertig sein, so dass unter anderem das im Werson-Haus ausgelagerte Standesamt sowie das Friedhofsamt wieder zurück ins Rathaus ziehen und dadurch vier Räume im ersten Stock für eine andere Nutzung frei werden. Für Bürgermeister Manfred Walter stand von Anfang an fest, dass dies der geeignete Ort für das erstrebte Museum ist. „SchichtWerk“ soll es heißen. In der Ausschusssitzung am Montag erläuterte Vereinsvorsitzende Annette Reindel: „Der Name SchichtWerk spielt auf die Stratigraphie und Schichtabfolge als Kernelement der Archäologie an. Darüber hinaus werden die Schichten auch geologisch in die Tiefe gehen und über diese Schichten sozusagen die Geschichte als zusätzliche Information verstanden.“ Außerdem erinnere der Name SchichtWerk auch auf den verstorbenen Ortschronisten Rudolf Schicht, der über Jahrzehnte die Geschichte Gilchings erforscht und aufgeschrieben hat, betonte Reindel. In Raum eins des neuen Museums werden die Bajuwaren und der Fund der Kiltis im Mittelpunkt stehen. Raum zwei ist den Römern gewidmet. Es soll zudem diverse Mitmach- und Hörstationen geben. Die bisherigen Kosten für Restaurierung und Repliken in Höhe von rund 16.000 Euro hat die Gemeinde übernommen. Für wissenschaftliche Untersuchungen, das Ausstellungskonzept und die Ausstattung der künftigen Ausstellungsräume sind weitere Kosten in Höhe von rund 38.000 Euro geschätzt, die unter anderem vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege übernommen werden. Insgesamt rechnet Reindel mit rund 63.000 Euro Startkosten, die über diverse Ämter und private Sponsoren übernommen werden sollen. „Entsprechende Anträge laufen bereits. Außerdem will ich Gilchinger Firmen ansprechen, ob sie mit dabei sind“, sagte Reindel. An Eigenleistung wurden bereits seitens der Vereinsmitglieder 1.200 Stunden investiert. Und das alles ehrenamtlich. „Ich bin fasziniert von dem, was der Verein bisher geleistet hat“, sagte Bürgermeister Manfred Walter. „Es kann niemand nachempfinden, wie viel Arbeit da drin steckt. Und nun ist etwas ganz Tolles entstanden.“ Von der Begeisterung ließ sich auch CSU-Gemeinderätin Dorothea Heutelbach anstecken und unterschrieb gleich noch einen Mitgliedsantrag im Verein „Gesellschaft für Archäologie und Ortsgeschichte“. Insgesamt zählt der Verein nun 84 Mitglieder. pop

Auch interessant

Meistgelesen

"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel
Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus
Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus

Kommentare