Konserviert für die Ewigkeit 

Gilchinger "Steinschlange" hängt nun im Rathausfoyer

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Bürgermeister Manfred Walter (Hinten, von links), Dr. Astrid Hazzan, Janina Fischer, Jakobus Ciolek sowie Maximilian Hazzan mit Ferdinand Hazzan (Vorne, von links) und Katharina Hazzan freuen sich über das neue Kunstwerk im Gilchinger Rathaus.

Gilching– Gilching hat seine Steinschlange verewigt. Von Ostern bis Anfang Juni schlängelte sie sich vor dem Gilchinger Rathaus entlang und setzte in grauen Corona-Monaten ein Zeichen der Lebensfreude. Inzwischen musste die etwa 150 Meter lange Kette zwar wieder eingesammelt werden - die Gilchinger Fotografin Janina Fischer setzte den bunten Steinen jedoch ein Denkmal der besonderen Art. „Wir hatten überlegt, wie wir das konservieren können“, sagt Jakobus Ciolek, Kulturbeauftragter der Gemeinde. Die Lösung kam in Form eines monumentalen Fotos.

Drei Mal ein Meter misst die Leinwand mit 1500 bunten Steinen, die jetzt zum Ortsnamen „Gilching“ sowie zum Ortswappen gruppiert sind. Kein einfaches Unterfangen, denn Fischer musste das Gesamtbild aus sechs Einzelbildern zusammenfügen. „Es wurde senkrecht von oben mit einer Drohne fotografiert“, sagt die Fotografin und erklärt, dass nur so die Detailschärfe von 15.000 Pixeln hergestellt werden kann. Vor Kurzem nun im ersten Stock des Rathausfoyers aufgehängt, sorgt die Fotoleinwand für farbige Akzente auf nüchternem Beton. Auf die Idee der Steinschlange kam die Gilchinger Psychologin Dr. Astrid Hazzan durch eine Facebook-Inspiration aus Türkenfeld. 

"Tolle Aktion"

Die Ablenkung vom langweiligen Corona-Alltag ist der dreifachen Mutter gelungen. Hazzans Kinder Maximilian (8), Katharina (5) und Ferdinand (3) setzten mit 80 bemalten Kieseln den ortsweiten Impuls zur Kreativität trotz Pandemie. Insgesamt kamen bald 1500 buntbemalte Steine zusammen. Als Motiv in Acrylfarben war erlaubt, was gefällt. „Marienkäfer, Fantasiesteine oder ein Rennauto“, schwärmt Maximilian Hazzan. Schwester Katharina hat ein Schiff, einen Liftballon und einen Fuß beigesteuert. Wie viele Gilchinger Kinder mitgemacht haben, ist nicht mehr nachvollziehbar – sogar Erwachsene sollen den einen oder anderen Stein beigesteuert haben. „Tolle Aktion“ „In einer Zeit, wo jeder einsam zu Hause war, hat diese gemeinsame Aktion ein Werk der Hoffnung geschaffen. Tolle Aktion, tolles Foto.

Konserviert für immer

 Jetzt haben wir es konserviert – für immer“, sagt Bürgermeister Manfred Walter und freut sich, die Erinnerung an den Hoffnungsschimmer nun tagtäglich über dem Gilchinger Ortsmodellbau hängen zu sehen: „Ein Farbklecks im ersten Stock. Es wird keiner dran vorbeigehen, der es nicht wahrnimmt.“ Ciolek kann sich sogar eine Pionierwirkung vorstellen: „Vielleicht wird das ein Vorbild für andere Orte, wenn sie nicht wissen, was sie mit ihren Steinstraßen machen sollen.“ Ein paar der echten Steine hat der Kulturbeauftragte in sein Büro gebracht. Der Rest verbleibt einstweilen in Gilching. „Bei uns daheim liegen die Steine jetzt ums Haus herum“, so Astrid Hazzan.

Von Nilda Höhlein

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