Gilchings Schulleiter moniert Stimmungsmache gegen Lehranstalt

Eine FDP-Infoveranstaltung in Seefeld verärgert den Lehrkörper im Christoph-Probst-Gymnasiums in Gilching. Schulleiter Horst Fessel wirft den Veranstaltern Rufmord vor. „Die Schule ist kein Moloch, der Kinder frisst“, kontert er. Vielmehr werde in einer großen Schule viel mehr geboten als in einer kleinen.

Für Aufregung im Gilchinger Gymnasium sorgte ein Info-Abend, zu dem die FDP Seefeld ins Schloss-Bräustüberl eingeladen hatte. Anlass war die Forderung einer Herrschinger Eltern-Initiative nach einem zweiten Gymnasium mit Standort Herrsching. „Der Wunsch ist legitim“, erklärte jüngst Horst Fessel im Beisein von Lehrern, Schüler- und Elternvertretern, dem Personalrat und den Angestellten des Zweckverbands weiterführender Schulen im westlichen Landkreis. Was Fessel stört, ist, dass auf Kosten des Gilchinger Gymnasiums Stimmung gemacht worden sei. „Es war von einem Moloch die Rede und dass die Schüler unseres Gymnasiums benachteiligt sind“, ärgert sich der Schulleiter. Laut Fessel sei eine Schülerzahl bis zu 1.600 optimal. Derzeit besuchen das Gymnasium 1.487 Schüler, ab Herbst sind es 1.500 und im nächsten Jahr werden es mit Wegfall der 13. Klasse wieder weniger sein. „Die Organisatoren der Infoveranstaltung aber haben auf einer Argumentationsschiene von 2008 diskutiert und übersehen, dass wir mittlerweile einen Erweiterungsbau für 14 Millionen Euro bekommen haben.“ Zu Wort meldete sich auch die Elternvertreterin Monika Hintze. „Aus Sicht der Eltern ist nicht die Schülerzahl, sondern die Zusammensetzung der Klassen wichtig“, erklärte sie. Peter Schubert vom Personalrat, er vertritt 120 Lehrer, betonte, dass trotz der Größe eine konstruktive und erfolgreiche Arbeit möglich ist, was sich auch positiv auf die Zeugnisse auswirkt. Schülervertreterin My Phan wies außerdem darauf hin, dass nur die hohe Schülerzahl es ermöglicht, dass in der Oberstufe sechs Auswahlkurse wie Sport, Kunst und Musik angeboten werden. „Je kleiner die Schule, desto weniger Kurse stehen zur Verfügung. Hier können wir sogar ein Kunst-Abitur machen.“ Kein Problem mit der großen Schule haben auch Miriam Kögel und Julia Schneider aus der 5a. „Wir haben uns zwar am Anfang verlaufen, aber jetzt fühlen wir uns wohl.“ Abschließend betonte Verbandsvorsitzender Peter Flach: „Die Diskussion um ein zweites Gymnasium muss auf einer sachlichen Ebene geführt werden. Wir haben bereits eine Studie in Auftrag gegeben, ob ein zweites Gymnasium notwendig wird.“ Diese werde nach den Osterferien vorgestellt.

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