Gleis 8: Das Geheimnis ist gelüftet

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Gilching – Seit feststeht, dass der Umbau des historischen Bahnhofes an der S-Bahnstation Gilching-Argelsried in einen Kulturtreff bevorsteht, wird gerätselt, wer der neue Wirt wird.

Nun steht er fest: Der Betreiber, der ab Frühjahr nächsten Jahres seine Gäste nicht nur kulinarisch sondern auch kulturell verwöhnen will, heißt Jörg Frey und kommt aus Gilching. Wie vieles andere in Gilching, war auch der Kulturbahnhof eine schwere Geburt. Anfänglich Pläne eines potentiellen Betreibers scheiterten am Zeitmanagement. Vielmehr machte das Landratsamt Starnberg dem ursprünglichen Konzept durch nicht erwartete Auflagen und dadurch steigende Kosten einen Strich durch die Rechnung. Wie berichtet, lobte die Gemeinde 2010 einen Ideen-Wettbewerbe aus. Vorrangiges Ziel der teilnehmenden Bürger war, den Bahnhof künftig als kulturellen Treffpunkt zu nutzen. Eine Aufgabe, der sich Paul Elsperger vom Inninger Spectacel stellte. Doch schon bald wechselte die anfängliche Euphorie in Unmut um. Zum einen schnellten die Umbaukosten durch zusätzliche Auflagen in die Höhe. Andererseits verstrich viel Zeit, was Elsperger letztendlich dazu veranlasste, auszusteigen. Mittlerweile hatte Bauamtsleiter Max Huber die Idee, für das Projekt eine städtebauliche Förderung zu beantragen. Sie wurde genehmigt. Huber rechnet, dass rund 90 Prozent der förderungswürdigen Kosten aus dem Gesamtpaket von 1,4 Millionen Euro, die für den Umbau veranschlagt wurden, als Zuschuss zu rechnen sind. Mit dem Umbau wurde bereits begonnen. Ab April nächsten Jahres wird es laut Frey heißen: „Herzlich Willkommen im Gleis 8“.

„Ich freue mich schon riesig darauf, endlich starten zu können“, sagt Jörg Frey. Das Konzept steht und der Name sei Programm. „Gleis 8“ wird das künftige Bistro heißen, eröffnet der 48-Jährige. „Es sollte ja einen direkten Bezug zum Standort haben. Und auf den Gleisen fährt halt nun mal die S-Bahnlinie 8.“ Wirft man einen Blick auf das umfangreiche Konzept, könnte einem fast schwindlig werden. Der künftige Chef von Gleis 8 hat sich einiges vorgenommen und ist überzeugt davon, es mit „guten Leuten“ auch stemmen zu können. Ab April nächsten Jahres, vorausgesetzt die Umbauarbeiten sind bis dahin abgeschlossen, soll der Kiosk innerhalb der ehemaligen Wartehalle werktags zwischen 5.30 Uhr und 19 Uhr und an den Wochenenden von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben. Die Öffnungszeiten für das künftige Bistro hat der Restaurantfachmann mit Kochausbildung vorerst zwischen 9 und 23 Uhr festgelegt. „Ich weiß, dass die nächste Zeit viel Arbeit auf mich zukommt und wenig Zeit für die Familie bleibt“, sagt der Vater von zwei Kindern im Alter von acht und vier Jahren. Er räumt zwar ein, dass er sich mit dem Kulturtreff einen lang gehegten Traum erfüllt. „Wichtig war mir aber, dass meine Frau hinter mir steht und das Projekt mit unterstützt. Anders wäre es nicht gegangen.“ 

Ehefrau Corinne Frey ist als Wissenschaftlerin beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt. Hört man dem gebürtigen Hannoveraner aufmerksam zu, spürt man die Leidenschaft, die mitschwingt. Auch was das künftige Angebot an gastronomischen Speisen anbelangt. „Ich werde viel Herzblut in die Auswahl der Gerichte stecken und in jedem Fall bei der Verarbeitung auf saisonale und regionale Produkte Wert legen. Im Übrigen wird täglich frisch gekocht. Aber auch das Bier stammt aus der Region.“ Wie ursprünglich bei einem Wettbewerb zur künftigen Nutzung des alten Bahnhofgebäudes von Bürgern gewünscht, wird auch die Kultur zu ihrem Recht kommen. Auf dem Programm stehen laut Frey Livemusik, „ich werde da eng mit der Musikschule und heimischen Künstlern zusammenarbeiten“, Lesungen und hin und wieder auch einen Tag der Begegnung, bei dem Menschen fremder Länder ihre traditionelle Küche und ihre Tradition vorstellen können. Sonntags ist außerdem zwischen neun und 14 Uhr Brunch angesagt. Stolz ist Frey auf eine extra lange Theke, an der Gäste einen Espresso oder einen Cocktail schlürfen können. Den Hauptteil der Umbauarbeiten hat die Gemeinde Gilching übernommen. Die Kosten liegen bei rund 1,4 Millionen Euro. Da Frey jedoch in puncto Ausstattung wie Beleuchtung und Möblierung extra Wünsche hat, steckt er privat zusätzlich noch eine höhere Summe in das aufwändige Projekt. „Mein Wunsch ist es, Gastgeber für alle Bürger zu sein. Sie sollen sich hier einmal wohlfühlen und Gleis 8 als zweite Heimat sehen.“pop

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