"Ein Stein von Herzen"

Global denken, lokal handeln: Tutzing und Bernried unterstützen Aktion zum Bau einer Schule in Namibia

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Unterstützung für eine Schule in Afrika hat August Thalmayer von Elisabeth Dörrenberg und Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald.

Tutzing/Bernried – August Thalmayer ist 82 Jahre alt und will noch etwas Großes errichten: Er möchte eine Schule in Namibia bauen, genauer gesagt in Otjomuru. Dafür hat er einen Förderkreis ins Lebens gerufen, der sich „Ein Stein von Herzen“ nennt. Dieser wird von den Gemeinden Tutzing und Bernried, von der Gemeinschaftsinitiative des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages sowie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit Dr. Gerd Müller unterstützt.

60.000 Euro braucht er für eine Schule - und das Gute ist, dass jeder ihn dabei unterstützen kann. In vielen Geschäften in Tutzing und Bernried sowie im Hotel Seeblick gibt es bunte Kisten, die kleine Ziegelsteine beinhalten. Diese werden dann für je zehn Euro verkauft. Der ganze Erlös der verkauften Ziegelsteine geht in den Bau der Schule. Und Thalmayer ist sehr ambitioniert: „Wir wollen die Schule schon nächstes Jahr eröffnen“, sagte der ehemalige Bergführer im Himalaya.

Die bunten Verkaufsboxen wurden kostenlos vom Schreiner Gerd Bauer (Bernried) gebaut und Schüler der beiden Gemeinden bemalten sie. Thalmayer versichert, dass der Erlös „zu 100 Prozent in das Schulprojekt geht.“ Er weiß, dass die Kinder in Afrika gerne zur Schule gehen und dass eine solide Bildung für viele von ihnen der Weg in eine gute Zukunft ist. „Sie (die Bildung, Anm. d. Red.) ist die Grundlage für die Sicherung des Lebensunterhalts in der Heimat und mit einer Schule tragen wir einen Teil dazu bei. Lassen auch wir uns in die Verantwortung nehmen für mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt“, so Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Das Projekt wird aber mehr als nur eine Schule, schwärmt Thalmayer. Errichtet werde das Gebäude im Baukastensystem. Bis zu 70 Kinder haben in den Unterrichtsräumen ihren Platz und dabei ist auch ein Hostel mit einer Küche. Die Kinder und Jugendlichen sollen dort eine Anlaufstelle haben.

Mit der Stiftung „fly&help“ steht der Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für die Welt“ ein zuverlässiger Partner zur Verfügung. Sie haben in den letzten beiden Jahren um die 100 Schulen errichtet. Voraussetzung ist allerdings, dass „fly&help“ die Schulen an die Kommune oder den Träger nach dem Bau übergibt, da sie ja den Grund stellen. Die Stiftung beaufsichtigt den Bau auch vor Ort. 

So könnte, dank der lokalen Geschäfte und der Käufer, Stein für Stein eine Schule von Herzen in Otjomuruent entstehen.

Von Alma Jazbec

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